Berlin - Die Hiobsbotschaften aus dem Hause Hypo Real Estate (HRE) reißen nicht ab. Offenbar steht der Münchner Immobilienfinanzierer, dem der deutsche Staat und Banken schon mit 102 Milliarden Euro unter die schwächelnden Arme gegriffen haben, noch sehr viel schlechter da als angenommen.
Die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) schreibt, die HRE habe knapp eine Billion Euro verliehen. Das Geld habe sie selbst auf dem Kapitalmarkt geborgt und müsse es nun laufend mit neuen Krediten refinanzieren. Die Zeitung beruft sich dabei auf den Finanzexperten der Unions-Fraktion, Jochen-Konrad Fromme, der Mitglied im parlamentarischen Kontrollgremium des Bankenrettungsfonds SoFFin ist. Er wird mit den Worten zitiert: "Vor einem Jahr hätte ich mir nicht vorstellen können, dass wir es mit einer solchen Dimension zu tun bekommen." Seiner Meinung nach könnten die Folgen für die Finanzmärkte noch dramatischer sein als beim Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers. "Wir stecken in höllischen Verträgen."
Chance Verstaatlichung
In der geplanten Verstaatlichung der Bank sieht der Finanzexperte eine Möglichkeit: "Der Staat mit seiner besonderen Kreditwürdigkeit erhält natürlich niedrigere Zinsen auf dem freien Markt und könnte die Geschäftssituation wieder ins Lot bringen."
Das entsprechende "Rettungsübernahmegesetz" hat die Berliner Regierung bereits auf den Weg gebracht. Derzeit verhandelt das Finanzministerium noch mit dem US-Investor Christopher Flowers, der 25 Prozent der Aktien hält. Er verlangt drei Euro pro Aktie - fast das Doppelte des aktuellen Werts.
Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) muss der Staat auf jeden Fall noch mehr Geld (in Form von höheren Garantien und mehr Eigenkapital) in die HRE pumpen. Die Rede ist von weiteren 20 Milliarden Euro. Aktuell besteht die Gefahr, dass der Münchner Immobilien- und Staatsfinanzierer nur noch eine Kernkapitalquote von vier Prozent erreicht. Dann müsste die Bankenaufsicht nach Ansicht von Experten die Bank gänzlich dichtmachen. (bau, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21./22.2.2009)
Nun auch Vorwurf der Börsenmanipulation
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