Eine Schicht tiefer

20. Februar 2009, 13:47
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Wunden und Wunder in Körpern - Werke von Micha Brendel in Mainz und Essenheim

Mainz - Die publikumswirksame Inszenierung des menschlichen Körpers in den Medien ist längst Alltag. Im Rahmen einer Doppelausstellung vom 27. Februar bis zum 22. März 2009 werden nun Werke des Berliner Künstlers Micha Brendel in Mainz und Essenheim zu sehen sein. Die Ausstellung beginnt mit einer Vernissage am Freitag, 27. Februar um 18 Uhr im Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universitätsmedizin. Anschließend stellt Michaeel Brendel seine Arbeiten im Kunstforum Essenheim vor.

Tierisches Material

Micha Brendel verwendet für seine Arbeiten seit den 1980er Jahren Fleisch, Knochen, Haut und Blut aus tierischem Material. Er experimentiert mit seinen Objekten an der Schnittstelle von Anatomie und Plastik, von Medizin und Kunst. Auf eine stille, die heftige Wirkung des Materials subtil ausbalancierende Weise thematisieren seine Arbeiten historische und zeitgenössische Auffassungen von Welt und Körper und stellen sie zur Diskussion. Indem Brendel Formen und Materialien aus dem Bereich der Naturwissenschaften entlehnt, schafft er zwischen den Grenzen der Gattungen wildernde Hybriden: Dabei entstehen vielfältige Bezüge auf die christliche Darstellungstradition verwundeter Körper, auf Medizin und Naturwissenschaften und das Panoptikum als Ort des Schocks und der Schaulust. In mannigfaltigen Bildern, Zeichnungen, Objekten, Fotoüberarbeitungen und Installationen steht nicht die naturwissenschaftliche Erkenntnis, sondern vielmehr die assoziative Zusammenschau von Leben und Tod im Vordergrund.

Körper und Umwelt

Brendels Arbeiten thematisieren unser modernes Verhältnis zum Körper, unter anderem als Material der Genforschung oder zweifelhaftem Sitz unsichtbarer oder ewiger Qualitäten. Vor dem Hintergrund historischer medizinischer Methoden und Weltvorstellungen verweisen sie auf die Relativität der heutigen Vorstellungen über Körper und Medizin und fordern zur Diskussion über die derzeitigen Vorstellungen über den Körper und seine Beziehung zur Umwelt auf. (red)

 

 

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