Wieder ein schwarzer Freitag

20. Februar 2009, 22:19
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Weder die Märkte in Europa noch jene in Asien konnten sich den schlechten Vorgaben aus den USA entziehen

Schlechte Nachrichten von Unternehmen, vor allem aus dem Bankensektor, haben die Aktienkurse erneut massiv abstürzen lassen. An den Börsen dominiert die Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung.

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Wien/Frankfurt - Sorgen über eine Ausweitung der Wirtschaftskrise und weitere schlechte Neuigkeiten aus dem Bankensektor haben den internationalen Börsen am Freitag wieder massive Verluste beschert.

In Europa belasteten die Unsicherheit über die Entwicklung in Osteuropa, die katastrophale Situation der deutschen Hypo Real Estate und die Angst, dass die Tage des Schweizer Bankgeheimnisses gezählt sein könnten, die Märkte; in den USA drückten Spekulationen über die Verstaatlichung von US-Banken auf die Indices.

Negative Nachrichten aus der Finanzbranche sowie schwache US-Börsen haben den deutschen Aktienmarkt am Freitag auf Talfahrt geschickt. Der DAX verlor im Trend der Börsen weltweit 200,55 Punkte (minus 4,76 Prozent) auf 4.014,66 Einheiten.

"Kein Grund, an Auferstehung zu glauben"

"Die Marktteilnehmer nehmen die katastrophale Lage zunehmend zur Kenntnis", kommentierte Marktstratege Mirko Pillep von Helaba das Börsengeschehen. "Wenn man die derzeitige Krise mit der von 2003 vergleicht und auf die aktuellen Kurse schaut, fragt man sich, warum die Bewertungen immer noch zwei- bis dreimal höher sind als damals."

Derzeit sieht der Experte "keinen Grund, an die Auferstehung der Märkte zu glauben". Falle beim DAX die 4000-Punkte-Marke, dann werde es wohl zu einem weiteren, deutlichen Absturz kommen.

ATX-Schwergewichte tiefrot

Auch der Wiener Leitindex zeigte sich tiefrot, der ATX fiel 47,55 Punkte oder 3,14 Prozent auf 1.465,39 Einheiten. Die Schwergewichte aus dem ATX Five sorgten allein für Abschläge im ATX in der Höhe von beinahe 40 Punkten.

Am Schweizer Aktienmarkt fielen UBS um 16 Prozent, konnte sich dann aber wieder leicht erholen. Sollte das bisher gut gehütete Bankgeheimnis aufgeweicht werden, könnten viele Anleger ihre Gelder abziehen, begründete ein Händler den Verfall der Bankaktien. Credit Suisse gaben 5,6 Prozent auf 27,50 Franken nach.

Der New Yorker Dow Jones Index, der am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit Oktober 2002 gefallen war, setzte am Freitag mit weiteren Verlusten ein. Im Frühhandel fiel er um 1,25 Prozent auf 7372,6 Punkte, im Verlauf rutschte er weiter ab auf das tiefste Niveau seit elf Jahren. Der New Yorker Aktienmarkt hat am Freitag schwächer geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 1,34 Prozent auf 7365 Punkte. Das ist der niedrigste Schlussstand seit Oktober 2002. Der breiter gefasste S&P-500 gab 1,14 Prozent auf 770 Stellen nach, der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,11 Prozent auf 1441 Zähler.

Auch die Börse in Tokio hatte massive Verluste eingefahren. Der Topix-Index fiel auf den tiefsten Stand seit 25 Jahren. Die große Unsicherheit an den Börsen lässt viele Anleger wieder in Gold flüchten. Der Preis je Feinunze legte zwischenzeitlich auf 1000 Dollar zu. (red, Reuters, Dow Jones, APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21./22.2.2009)

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Zu den Marktberichten

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    Nicht nur am New Yorker Aktienmarkt gab es weitere Verluste. An den Börsen zogen vor allem Banktitel die Indizes nach unten.

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