Innenminister dementiert Beschäftigung illegaler Einwanderer

20. Februar 2009, 16:50
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Rumänische Zeitung berichtete Maroni habe illegal Rumänen beschäftigt - Maroni will Zeitung klagen - Generalkonsulin nach Bukarest zitiert

Bukarest/Rom - Nach einem Bericht, der italienische Innenminister Roberto Maroni habe illegal Rumänen beschäftigt, hat der Minister rechtliche Schritte gegen die rumänische Tageszeitung "Cotidianul" angekündigt. Maroni, der derzeit hart gegen illegale Migranten in seinem Land vorgehen will, wies am Freitag den Bericht zurück. Das Blatt hatte den Vorwurf unter Berufung auf die Generalkonsulin Rumäniens in Turin, Iulia Buje, veröffentlicht. Das Außenministerium in Bukarest rief Buje zu Konsultationen in die Heimat zurück.

Sprecherin: "Erfundene Tatsachen"

Isabella Votino, Sprecherin des italienischen Innenministeriums sagte dazu: "Es handelt sich um komplett erfundene Tatsachen". Maroni habe niemals Rumänen beschäftigt. Im Übrigen sei auch Außenminister Franco Frattini informiert worden, um gegebenenfalls auf diplomatischer Ebene gegen die rumänischen Generalkonsulin vorzugehen, sollte diese wirklich derartige Behauptungen an die rumänische Presse gegeben haben.

Rumänische Medien berichteten, dass Bujes Vorgesetzte wegen deren Äußerungen sehr aufgebracht seien, da es nicht zur diplomatischen Mission gehöre, Politiker des Gastlandes anzugreifen. Die Zeitung "Cotidianul" hatte unter Berufung auf Buje berichtet, dass Maroni, Politiker der ausländerfeindlichen Lega Nord, zwischen 1998 und 2000 als Parlamentsabgeordneter mehrmals versucht habe, beim rumänischen Generalkonsulat in Mailand zu erreichen, dass die bei ihm illegal arbeitenden Rumänen - einer Putzfrau und zwei Handwerkern - schneller Personaldokumente bekommen. Buje, die damals am Mailänder Konsulat arbeitete, habe selbst mit Maroni gesprochen.

Daraus schloss "Cotidianul", dass der Minister diese Rumänen in seinem Haushalt beschäftigt habe. Die Konsulin Buje präzisierte später gegenüber der rumänischen Zeitung "Adevarul", dass sie nicht wisse, ob diese Rumänen für Maroni gearbeitet hätten. Sie blieb jedoch bei der Aussage, dass Maroni bei ihr für diese drei Rumänen in der Frage der Personaldokumente interveniert habe. (APA/dpa)


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    Lega-Nord-Minister Maroni ist unter Druck.

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