Rad-Rennen: Ein Blick in den Rennkalender

21. Februar 2009, 18:36
24 Postings

Ein Blick in den Rennkalender kann konservativen Rennradlern vor lauter Kopfschütteln ein Schleudertrauma einbringen. Wettkämpfe von Rodelbahn bis Rennstrecke

Werfen wir, auf Anregung eines Posters, einen Blick in den Rad-Rennkalender. Als Erstes fällt der Blick auch wirklich gleich auf ein Rad-Rennen. Beim "RC-Schnecke Wintercup" wird nämlich ordentlich gelaufen. Einige Hindernisse des Cross-Cups sind nur mit geschultertem Rad zu überwinden, Stürze schon beim Start vorprogrammiert. Klar, wenn über 200 Starter auf die erste Engstelle zusteuern. Zwischen 26. Oktober und 4. Jänner fanden fünf Rennen statt, alle in oder rund um Wien. Die Strecken haben eine Rundenlänge von drei bis vier Kilometer und zeichnen sich durch ihre künstlichen Hindernisse aus. Für nächstes Jahr sind drei Rennen geplant. Andreas Mitterlehner vom "RC-Schnecke" räumt aber ein, dass die Planung erst im Spätsommer beginnt. Das hat bis jetzt auch immer gereicht, damit alles klappt.


Wenn 200 Rennfahrer losstarten freut sich nur der Führende auf die erste Engstelle. Foto: free-eagle.at

Das bringt uns zum "Klapprad-Cup", der seit 1991 jährlich stattfindet, und den mir ein Fahrradbote aus Bremen gezwitschert hat. Es geht dabei um den Sturm auf den großen Kalmit, der mit 637 Meter über dem Meer, der höchste Berg des Pfälzerwaldes in Deutschland ist. Zugelassen sind nur Klappräder ohne Gangschaltung. Das Rennen findet stets am ersten Samstag im September statt; 2009 ist das der 5. September. Bis dorthin finden für Klapprad-Freaks aber ausreichend Trainingslager und Winter-Rennen statt.


Beim "Radl Roas im Schnee" brettert man über eine Skipiste runter. Foto: "Radl Roas"

Wirklich winterlich geht es beim "8. Radl Roas im Schnee" am 5. April in der Freesport-Arena in Krippenstein zu. Einen Kilometer lang ist der Parcours über die Krippensteinpiste, der mit Gustostückerln wie Steilkurven, Anliegern und Brückenüberfahrten gespickt ist. Beate Bauer, Pressesprecherin des Events, erwartet heuer 70 bis 90 Starter. Komplettpanzerung und Helm mit Mundschutz sind natürlich Pflicht.

Helmpflicht besteht auch auf der Rennstrecke. Und wenn hier Rennstrecke steht, dann ist auch Rennstrecke gemeint. In dem Fall der Salzburgring. Am 14. Juni finden das "3-, 6- und 12-Stunden-Rennen" statt. Gewonnen hat, wer die meisten Runden auf der 4255 Meter langen Strecke in der vorgegebenen Zeit fährt. Wem das Race am Salzburgring zu popelig ist, der startet am ersten August beim "24-Stunden-Rennen" am Nürburgring. Das ist dann auch weniger langweilig, weil man in 24 Stunden die 22 Kilometer lange Nordschleife mit ihren 500 Höhenmetern nicht so oft durchfahren muss wie den Salzburgring umrunden. Obwohl man die Strecke wohl nach über 30 Runden auch schon langsam kennt.


Besondere Rennen sind Garanten für besondere Stürze. Foto: "Radl Roas"

Entscheidend kürzer, aber auch in Deutschland, sind hingegen die Speed-Bewerbe der Einrad-Fahrer. Am 26. Juni findet in Hamburg die "1. Deutsche Meisterschaft im Einrad Rennen" statt. Die Renndistanzen liegen zwischen 30 Metern beim Radlauf und 1000 Metern bei der 4er-Verfolgung auf der 200 Meter Bahn. Gestartet werden auch Sprints über 100, 400 und 800 Meter. Das mehrseitige Regelwerk zur Meisterschaft muss nicht mit an den Start genommen werden, ich kann mir aber vorstellen, dass man die Qualifikationsläufe durch eine schriftliche Prüfung ersetzen könnte.


In kurzen Hosen beim Winter-Cup! Foto: free-eagle.at

Wer meint, die "Deutsche Einrad Meisterschaft" wäre etwas Besonderes, der war noch nicht beim Nachtrennen auf der Kala Alm. Über eine Länge von 4,2 Kilometer geht es eine Rodelbahn hinauf. Das Außergewöhnliche am "Night-Race" ist aber nicht die Strecke und es sind auch nicht die 450 Höhenmeter, sondern es ist das Licht. Am zehnten Juli 2009 um 20 Uhr, wenn der Start erfolgt, gibt es noch so viel vom Tageslicht, dass der Sieger auch noch darin glänzen wird, wenn er im Ziel ankommt. Flutlicht gibt es trotzdem. Wie auch beim Highlight der "Bike Infection 2009" vom 6. bis 8. August in Kaprun. Am Donnerstag um 20 Uhr 30 findet dort der "XC-Battle" statt. Auch bei der "Freestyle-Night" am Freitag ab 20 Uhr 30 werden Mountainbike-Freerider und BMX-Stars im Kunstlicht starten.

Weitere Renn-Veranstaltungen, die ins Rampenlicht gezerrt gehören, bitte einfach posten. (Guido Gluschitsch)

  • Berg, Schnee und weite Sprünge: Was nach Skispringen klingt kann auch ein Radlrennen auf einer Skipiste sein.
    foto: "radl roas"

    Berg, Schnee und weite Sprünge: Was nach Skispringen klingt kann auch ein Radlrennen auf einer Skipiste sein.

Share if you care.