Semperit 2008 noch mit Umsatzplus

20. Februar 2009, 13:26
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Der Gewinn war leicht rückläufig - für heuer wird ein Nachfragerückgang in allen Divisionen außen Sempermed erwartet

Wien - Die Semperit AG Holding, Hersteller von Kunststoff- und Kautschukprodukten, ist 2008 von hohen Rohmaterialpreisen und der einbrechenden Konjunktur etwas in Mitleidenschaft gezogen worden und musste daher eine beispiellose Erfolgsserie beenden. Zum ersten Mal seit 18 Jahren hat das Unternehmen weniger Gewinn als im Vorjahr gemacht. Der Umsatz lag bei 655,3 (607,8) Mio. Euro noch um 7,8 Prozent höher, das Vorsteuerergebnis EGT sank leicht, um 2,5 Prozent auf 58,1 (59,6) Mio. Euro, sagte das Management bei der Präsentation der vorläufigen Zahlen am Freitag. Für 2008 deutete das Management die Ausschüttung einer wenigstens gleichbleibenden Dividende an.

Etwa die Hälfte des Konzernumsatzes wird mit konjunkturabhängigen Kunden gemacht, die andere Hälfte liefert nur wenig zyklischen Branchen zu. Die größte Division, Sempermed, hat im vergangenen Jahr beispielsweise um knapp elf Prozent mehr Geschäft generiert, im vierten Quartal gar um 26 Prozent mehr. Auch für heuer wird bei Sempermed ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich erwartet. Weniger euphorisch gestaltete sich der Ausblick für die Divisionen Semperflex (Industrieschläuche) und Semperforum (baunahe Spezialprodukte).

"Für 2009 erwarten wir ein extrem schwieriges Umfeld", so Vorstandschef Rainer Zellner. Genauere Voraussagen seien unter den gegenwärtigen Umständen aber keine möglich. Das Unternehmen sei aber gut positioniert, sitze auf 100 Mio. Euro Cash und verfüge über eine eine Eigenkapitalquote von 60 Prozent, sagte Zellner, der in Wachstumsbereichen zukaufen will. "Das Problem dabei ist momentan, dass mögliche Verkäufer noch in der Fantasie von 2008 leben", also überzogene Preisvorstellungen hätten. Die kämen aber "ohnedies früher oder später in unsere Arme". Zukäufe in Bereichen, die der Autoindustrie zuliefern, werden eher ausgeschlossen.

Die Gruppe mit 8.000 Beschäftigten hat im vergangenen Jahr international mehrere hundert Beschäftigte abgebaut, davon 50 bis 60 im niederösterreichischen Wimpassing. Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht weiter verschlechterten, werde man damit das Auslangen finden. Kurzarbeit kommt für Zellner nicht in Frage, weil diese danach die Handlungsfähigkeit des Managements, nötigenfalls Personal abzubauen, beeinträchtigt. (APA)

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