Party-Chic überstrahlte Krisenstimmung

20. Februar 2009, 08:14
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Sogar Ioan Holender fand versöhnliche Worte: "Skurril ist der Opernball natürlich schon"

Wien - Totgeschriebene leben länger: Entgegen vieler Unkenrufe entpuppte sich der Opernball 2009 am Donnerstag als farbenprächtige, fröhliche Faschingsparty, die sich nicht krankjammern ließ. Sabotageakte bei der Eröffnung blieben genauso aus wie lange Mienen und Krisenstimmung. Sogar Staatsoperndirektor Ioan Holender fand versöhnliche Worte: "Nun gut, skurril ist der Opernball natürlich schon. Aber es ist heuer besonders wichtig, dass es ihn gibt. Ohne ihn würde Österreich rund 70 Millionen Euro verlieren".

Neue Ideen für Choreografie

Dass das Opernballteam bei der Eröffnungschoreographie auf neue Ideen aus den Bundesländern setzte, machte sich ebenfalls bezahlt. Unter der Federführung der steirischen Tanzschule Kummer kam die ein wenig in die Jahre gekommene Debütanteneinlage optisch im 21. Jahrhundert an. Obwohl Vorgänger Thomas Schäfer-Elmayer bei der Generalprobe noch einige gravierende Mankos erkennen wollte, musste auch er letztlich seinem Nachfolger zugestehen, dass die Performance klaglos über die Bühne gegangen ist. "Meine harsche Kritik an der Generalprobe hat offenbar etwas gefruchtet", meinte Elmayer nach der Eröffnung.

Unter den Debütanten war heuer auch der Sohn von Fiona Swarovski, Arturo. "Ich bin sehr stolz", sagte Swarovski nach der Premiere ihres Sprösslings. "Nur dass das Herz der Mama wahrscheinlich noch mehr gepumpert hat als das ihres Sohnes". Begleitet wurde die in ein schwarzes Valentino-Vintage-Kleid gehüllte Jet-Set-Lady von ihrem Ehemann, dem ehemaligen Finanzminister Karl Heinz Grasser.

Wirtschaftliche Bedeutung

Entsprechend erleichtert war auch die in den vergangenen Tagen ein wenig angeschlagene Organisatorin, Desiree Treichl-Stürgkh. "Es ist ein großartiges Fest geworden. Alles hat geklappt", freute sie sich. Über ihre persönliche Zukunft auf dem Ball wollte sie nur soviel sagen: "Ich habe gesagt, dass ich ihn solange mache, solange Ioan Holender Direktor ist - und dabei bleibe ich". Schützenhilfe bekam die Organisatorin von ihrem Mann, dem Chef der Ersten Group, Andreas Treichl. "Ich hab ihr genau das gesagt, was jetzt ist: Es wird ganz toll werden", schwärmte der Banker.

Auch die Staatsspitze brach der Luxus-Veranstaltung eine Lanze: Bundespräsident Heinz Fischer zeigte sich von der wirtschaftlichen Bedeutung des Opernballs überzeugt. "Wir stehen gut genug da, dass wir das nicht wie eine heiße Kartoffel fallen lassen müssen. Ich glaube, die Menschen, die daran gearbeitet haben, dass dieser Ball erfolgreich ist, haben das verdient." (APA)

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