"Erniedrigung" der Tamilen durch die Regierung

20. Februar 2009, 06:30
4 Postings

Experten bei Podiumsdiskussion: Konflikt wegen vieler Parteien schwer zu lösen

Wien - Der Botschafter Sri Lankas, Mustafa Mohammed Jaffeer, hat das Vorgehen der Regierungs-Armee gegen die Rebellenorganisation Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) verteidigt, bei dem zahlreiche Zivilisten zwischen die Fronten geraten sind. Bei einer Podiumsdiskussion des "Österreichischen Instituts für Internationale Politik" (OIIP) zum Thema "Sri Lanka - The Final Battle?" Donnerstag Abend in Wien waren sich die vier Teilnehmer der darin einig, dass der Konflikt im Land mit seinen vielen verschieden Gruppierungen schwer zu lösen ist.

"Erniedrigung" durch die Regierung

Jaffeer warb bei der Diskussion auch um Unterstützung der internationalen Gemeinschaft beim Wiederaufbau des Landes. Außerdem sprach er sich für eine politische Lösung des Konflikts aus. "Wir brauchen eine hausgemachte Lösung innerhalb der Verfassung. Eine demokratische Lösung, die für alle Parteien akzeptierbar ist", so der Botschafter.

Nach der Meinung des freien Journalisten Ralf Leonhard wird es "sehr schwierig" werden, dauerhaften Frieden in Sri Lanka zu schaffen. Gründe dafür sieht er nicht nur darin, dass man die LTTE "nicht zerstören kann", sondern auch in der "Erniedrigung" der Tamilen durch die singhalesische Regierung. Sie würden ständig kontrolliert und müssten sich registrieren lassen. Er verglich die Situation der Tamilen in Sri Lanka mit der der Palästinenser. Der Journalist sprach sich dafür aus, dass die Regierung nach dem Sieg über die LTTE nicht nur das Land wieder aufbaue, sondern auch friedensschaffende Maßnahmen setze, zumal viele Tamilen schwer traumatisiert seien. "Die Atmosphäre muss beruhigt werden", so Leonhard. (APA)

 

 

Share if you care.