IPI fordert mehr Anstrengungen der Justiz

19. Februar 2009, 19:35
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"Staatsanwaltschaft unfähig" - Vier Angeklagte freigesprochen

Das Internationale Presse Institut (IPI) hat am Donnerstag in einer Aussendung die russischen Behörden dazu aufgefordert, ihre Suche nach den Drahtziehern und den Mördern der regierungskritischen russischen Journalistin Anna Politkowskaja zu intensivieren. "Die russische Staatsanwaltschaft hat bisher gezeigt, dass sie unfähig ist, diejenigen, die die Tat begangen haben, zur Rechenschaft zu ziehen.", so David Dadge, Direktor des IPI.

Wenn das russische Rechtssystem seine Glaubwürdigkeit bewahren wolle, dann müssten die Behörden ihre Anstrengungen bei den Untersuchungen verdoppeln und die Mörder verfolgen, "egal wie in welchen hohen Positionen sie sein mögen", sagte Dadge.

Im Prozess um den Mord an Politkowskaja sind die vier einzigen Angeklagten am Donnerstag freigesprochen worden. Angeklagt waren die tschetschenischen Brüder Ibrahim und Dschabrail Machmudow, die Politkowskaja beschattet und den mutmaßlichen Mörder am 7. Oktober 2006 zum Tatort gefahren haben sollen. Bei dem Todesschützen soll es sich um ihren Bruder Rustam Machmudow handeln, der in Westeuropa untergetaucht sein soll.

Bei dem dritten Angeklagten handelt es sich um den ehemaligen Polizisten Sergej Chadschikurbanow, der bei dem Verbrechen logistische Hilfe geleistet haben soll. Freigesprochen wurde auch Pawel Riagusow, ein ehemaliger Agent des Inlandsgeheimdienstes FSB, der nicht wegen Beteiligung an dem Mord angeklagt war, sondern wegen Erpressung und Amtsmissbrauchs im weiteren Zusammenhang mit der Tat. Unmittelbar nach der Verkündung der Freisprüche durch die Geschworenen in Moskau kündigte die Staatsanwaltschaft Berufung an. (APA)

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