ARBÖ-Pleite holt SPÖ ein

20. Februar 2009, 09:43
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Kärntner SPÖ-Geschäftsführer werden "kridaträchtige Handlungen" vorgeworfen

Klagenfurt - Eigentlich könnte sich Reinhart Rohr, SPÖ-Spitzenkandidat für die Kärntner Landtagswahl die Hände reiben, läuft es doch für die Kärntner Sozialdemokraten in der Wählergunst derzeit sehr gut. Die SPÖ liegt in Umfragen mit dem BZÖ bereits Kopf an Kopf.
Knapp eine Woche vor der Wahl könnte der erhoffte rote Wahlsieg doch noch verspielt werden.

Steht doch ausgerechnet der SPÖ-Geschäftsführer und Rohr-Vertraute Andreas Krassnitzer im Mittelpunkt eines angeblichen Honorarskandals im Zuge des ARBÖ-Kärnten-Konkurses. Das habe laut Magazin News auch zu intensiven Ermittlungen der Klagenfurter Staatsanwaltschaft gegen den langjährigen ARBÖ-Landesgeschäftsführer Krassnitzer geführt.

Die Rechnungsprüfer des Bundes-ARBÖ werfen Krassnitzer, für den die Unschuldsvermutung gilt, in einem jahrelang gegenseitig erbittert geführten Kleinkrieg "kridaträchtige Handlungen" im Zuge des ARBÖ-Konkurses vor.

So habe sich Krassnitzer als Geschäftsführer der ARBÖ-Tochter ASS Schnellservice und des Fahrsicherheitszentrums Arnoldstein selbst üppige Honorare von mehr als 100.000 Euro genehmigt, wobei ein Teil, nämlich 18.000 Euro, dann noch ausbezahlt worden sei, nachdem Krassnitzer als ASS-Geschäftsführer bereits ausgeschieden war und sich der ARBÖ-Kärnten schon im Anschlusskonkurs befunden habe. Die kleinen Mitarbeiter des maroden ARBÖ dagegen hätten auf ihr ausstehendes Monatsgehalt warten müssen.

Im Intensivwahlkampf wird das natürlich genüsslich vom BZÖ ausgewalzt: "Krassnitzer wurde vom SPÖ-Spitzenkandidaten Rohr für seine Machenschaften beim ARBÖ auch noch belohnt und zum SPÖ-Geschäftsführer gemacht" , ätzt BZÖ-Obmann Uwe Scheuch.

Krassnitzer weist die Vorwürfe im Standard-Gespräch strikt zurück. Er vermutet ein Komplott des Bundes-ARBÖ mit dem Kärntner BZÖ. "Ich bin seit 2006 nicht mehr beim ARBÖ. Es gibt keine Ermittlungen gegen mich, sondern nur gegen meinen Nachfolger Ex-ARBÖ-Kärnten - Geschäftsführer Wolfgang Schober" , betont Krassnitzer. Er habe 2006 von der ASS lediglich 21.000 Euro plus Umsatzsteuer erhalten, für das Fahrsicherheitszentrum Arnoldstein unentgeltlich gearbeitet und die 18.000 Euro nie kassiert, sondern auf ein Treuhand-Konto gelegt. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Printausgabe, 20.2.2009)

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