Tat-Rekonstruktion in Wien-Floridsdorf

19. Februar 2009, 19:12
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Verfolgungsjagd und Schusswechsel nachgestellt

Wien - Bei den Ermittlungen im Fall des in Wien ermordeten Tschetschenen Umar I. hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag versucht, den genauen Tathergang zu rekonstruieren. Gegen Mittag waren rund 15 Mitarbeiter von Polizei und Anklagebehörde am Tatort. Der Bereich in Floridsdorf, in dem der 27-jährige Flüchtling am 13. Jänner erschossen wurde, war abgesperrt.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass es sich um eine Tatortbegehung handelt. Es gehe in Richtung Tat-Rekonstruktion, sagte Sprecher Gerhard Jarosch. Der Mord werde noch einmal genau durchleuchtet, auch Zeugen seien vor Ort und würden zu ihren Beobachtungen befragt.

Details wurden nicht bekannt gegeben. Foto- und Videoaufnahmen durch Medien wurden an Ort und Stelle untersagt. Ob einer oder mehrere von vier in U-Haft sitzenden Verdächtigen an der Rekonstruktion beteiligt waren, war nicht ersichtlich. Die Beamten versuchten den Mord und die Verfolgsjagd in der Leopoldauer Straße und der Ostmarkgasse offensichtlich mit Protagonisten detailgetreu nachzustellen: Dies wurde von Kameras und Fotoapparaten festgehalten.

Umar I. wurde am 13. Jänner nach einer Verfolgungsjagd auf offener Straße erschossen. Der politische Flüchtling hatte seit dem Sommer 2008 mehrmals vergeblich um Polizeischutz gebeten. Die Familie des Opfers sprach nach der Tat von einer Verfolgung des 27-Jährigen durch Männer des Tschetschenen-Präsidenten Ramsan Kadyrow. Laut Staatsanwaltschaft ist das Motiv "in alle Richtungen hin offen", bei den Ermittlungen gibt es bisher keine neuen Ergebnisse. (APA)

 

 

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