Baumax steigt auf die Kostenbremse

19. Februar 2009, 17:42
posten

Österreichs Baumarktumsatz ist im Vorjahr um 1,6 Prozent gesunken. Platzhirsch Baumax verbuchte ein leichtes Plus

Wien - In unsicheren konjunkturellen Zeiten besinne sich der Österreicher auf die eigenen vier Wände, greife zu Werkzeug und Material und übe sich im Heimwerken, ist Baumax-Chef Martin Essl überzeugt. Seine Branche profitiere davon, ohne Einschnitte kommt sein Konzern in Europa heuer dennoch nicht durch die Konsumkrise.
Der Baumarktriese schränkt die Um- und Ausbauten seiner Filialen ein. Die Erweiterung der Zentrale in Klosterneuburg wurde zurück gestellt und im Personalbereich ein Aufnahmestopp verhängt. Und der geplante Einstieg in die Ukraine ist Baumax derzeit zu riskant. Auch bei der Kunst wird gespart: Familie Essl hält Österreichs größte private Sammlung von Kunst der Gegenwart. Die Ankäufe werden nun eingeschränkt, erläutert Essl.

Leichtes Plus

Österreichs Baumarktumsatz ist im Vorjahr um 1,6 Prozent gesunken. Platzhirsch Baumax verbuchte ein leichtes Plus von 1,5 Prozent, flächenbereinigt stagnierte der Absatz. International zeigte die Gruppe hingegen mit einem Wachstum von 22 Prozent Muskeln. Die Zahl der Standorte stieg von 128 auf 137. Alles in allem setzen die Niederös-terreicher in acht Ländern mehr als 1,4 Milliarden Euro um.
Von großen finanziellen Hilfspaketen für Osteuropa hält Essl wenig. Sinnvoller sei es, Länder wie Ungarn, Polen und Tschechien früher in die Euro-Zone zu holen. Das fördere Exporte, helfe, den zu starken Euro aufzuweichen und dämme die Spekulation ein. Der Wohlstand der Österreicher sei letztlich der Ostöffnung zu verdanken. Baumax eröffnet heuer in Europa neun neue Standorte. Nach dem Schritt nach Bulgarien ist 2010 der Start in der Türkei geplant. (vk, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 20.2.2009)

 

Share if you care.