US-Wirtschaft steckt im Konjunkturtal fest

19. Februar 2009, 17:08
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Arbeitslosigkeit auf Rekordhoch - Talsohle könnte aber in Sicht sein

New York - Die US-Wirtschaft steckt zum Jahresauftakt in einer tiefen Rezession fest. In einer Schlüsselregion ging die Geschäftsaktivität im verarbeitenden Gewerbe im Februar so stark zurück wie seit 1990 nicht mehr, wie am Donnerstag aus dem von der Federal Reserve Bank von Philadelphia veröffentlichten Index für die mittlere Ostküste hervorgeht. Das Barometer fiel deutlich stärker als erwartet auf minus 41,3 Punkte. Zugleich ist die Arbeitslosigkeit auf einem Rekordhoch; in der ersten Februarwoche bezogen knapp fünf Millionen Menschen Arbeitslosenhilfe, das sind so viele wie seit Beginn der Datenerhebung 1967 nicht.

Allein in der vergangenen Woche meldeten sich 627.000 Menschen neu arbeitslos, wie das Arbeitsministerium weiter mitteilte. Für den Arbeitsmarkt dürfte es die tiefste Rezession seit 50 Jahren bedeuten, sagte Sylvain Leduc, Volkswirt bei der Fed von San Francisco. Bis zum Ende der Flaute könnte die Beschäftigung um vier Prozent unter das Niveau von Dezember 2007 fallen, als die Rezession einsetzte. "Wir müssen schon bis zu der Rezession 1957/58 zurückblicken, um einen größeren Rückgang der Beschäftigung zu sehen", sagte er.

Allerdings könnte die Talsohle für die US-Wirtschaft in Sicht sein: Die Frühindikatoren, die das Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board monatlich berechnet, stiegen im Jänner unerwartet auf plus 0,4 Prozent, während von Reuters befragte Experten im Schnitt mit einem unveränderten Niveau gerechnet hatten. "Die Wirtschaft steckt seit über einem Jahr in der Rezession, aber sie könnte anfangen, sich in den kommenden Monaten zu entspannen", sagte Conference-Board-Experte Ken Goldstein. "In der zweiten Jahreshälfte 2009 könnten wir ein blutarmes Wachstum sehen." Bereits im Dezember hatten die Frühindikatoren zugelegt. Es sei aber zu früh, um jetzt schon von einer Trendwende zu sprechen, sagte er. (APA/Reuters)

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