Mögliche Verbindungen zu Drogenbossen

19. Februar 2009, 16:25
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Der spektakuläre mutmaßliche Betrugsfall des texanischen Milliardärs Robert Allen Stanford zieht immer weitere Kreise

New York - Der spektakuläre mutmaßliche Betrugsfall des texanischen Milliardärs Robert Allen Stanford zieht immer weitere Kreise. Die US-Bundespolizei untersuche auch mögliche Verbindungen des schillernden Bankers in Geldwäschegeschäfte mexikanischer Drogenbarone, so der US-Fernsehsender ABC. Der Aufenthaltsort Stanfords, der Anleger um bis zu 8 Mrd. Dollar (6,3 Mrd. Euro) geprellt haben soll, war auch am Donnerstag weiter unbekannt.

Rund zwei Monate nach Auffliegen der Madoff-Affäre hatten US-Behörden am Dienstag die Zentrale von Stanfords Finanzgruppe im texanischen Houston durchsucht. Die Börsenaufsicht SEC wirft ihm "massiven Betrug" von Investoren weltweit vor - ähnlich wie im Fall des New Yorker Ex-Brokers Bernard Madoff mit einem möglichen Schaden von bis zu 50 Mrd. Dollar.

Weites Netz

Stanfords Finanzgruppe spannt sich von den USA über die Karibikinsel und Steueroase Antigua als wichtigem Stützpunkt bis nach Mittel- und Südamerika. Der Banker ist für sein extravagantes Gesellschaftsleben und enge Beziehungen in die Politik in Amerika und in der Karibik bekannt. Die Affäre schlägt in den USA hohe Wellen.

Die Stanford Financial Group erlitt laut SEC auch Verluste durch Madoffs Schneeball-System, dem wohl größten Betrugsfall der Finanzgeschichte. Der 70-Jährige Madoff war im Dezember festgenommen worden und steht derzeit in New York unter Hausarrest.

Stanford versprach Anlegern laut SEC jahrelang mit vermeintlich sicheren Festgeldanlagen hohe Gewinne. Stattdessen sei ein großer Teil des Geldes in riskante Immobilienpapiere und Finanzbeteiligungen gesteckt worden.

Venezuela übernahm Kontrolle über lokale Bank

In Lateinamerika kam es zu einem staatlichen Eingriff. Venezuela habe die Kontrolle über die Stanford Bank Venezuela übernommen, sagte der venezolanische Finanzminister am Donnerstag.

In den vergangenen Tagen haben sich die Sparer Sorgen gemacht, dass die Turbulenzen bei der Stanford International Bank (SIB) auch die SIB-Stanford Bank Venezuela in Mitleidschaft ziehen könnte. Sie zogen ihr Geld von der kleinen Bank ab.

Die Regierung von Präsident Hugo Chavez hatte versucht, die Kunden zu beruhigen. Der venezolanischen Stanford-Bank gehe es gut, es werde daran gearbeitet, einen Run auf die Bank zu verhindern, hatte es am Mittwoch geheißen.

Peru setzt lokale Geschäfte aus

Die peruanische Finanzmarktaufsicht hat die Geschäftsaktivitäten der lokalen Stanford-Gesellschaft für 30 Tage ausgesetzt. Man arbeite daran, dass die Kunden ihr Geld bekommen, teilte der Regulator Conasev am Donnerstag mit. Tags zuvor hatte sich Kunden vor dem Büro der Gesellschaft angestellt.

Laut Aufsichtsbehörde durfte Stanford's Peru-Gesellschaft nur als Wertpapierbroker tätig sein, und es sei unklar, ob den peruanischen Kunden die hochverzinslichen Einlagenzertifikate verkauft worden seien, die im Zentrum des 8-Mrd.-Dollar-Skandals stehen. (APA)

 

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