"Heil-Hitler"-Rufe bei FPÖ-Veranstaltung

19. Februar 2009, 18:02
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FPÖ-Sprecher vermutet "linke Störaktion" - Grüne kritisieren SPÖ-Landeshauptfrau Burgstaller, die "um rechten Rand buhlt"

"Heil Hiltler", ruft ein Jugendlicher bei einer Wahlkampf-Veranstaltung der FPÖ in Faistenau in Salzburg, an der auch Parteichef Heinz-Christian Strache teilgenommen hat. Entsprechende Bilder wurden am Dienstag in der ORF-Sendung Report ausgestrahlt. Jetzt sind die Bilder auch auf Youtube aufgetaucht.

"Die Sendung des ORF am vergangenen Dienstag bestätigte einmal mehr die Nähe der FPÖ zu Sympathie-Kundgebungen für die NS-Zeit." Cyriak Schwaighofer, Spitzenkandidat der Salzburger Grünen ist empört. In einer Aussendung warnt er: "Offensichtlich kann man auf politischen Veranstaltungen jetzt wieder 'Heil Hitler' rufen, ohne dass dies irgendwelche Konsequenzen hat. Das sollte allen Parteien zu denken geben."

"Linke Störaktion"

Mario Apriessnig, Sprecher der FPÖ in Salzburg, bezeichnet die Vorkommnisse auf der FPÖ-Veranstaltung als "sehr verwunderlich". Im Gespräch mit derStandard.at sagt er, er und seine Kollegen hätten "nicht mitbekommen", was da vor sich gegangen ist - und das, obwohl man "höllisch aufgepasst" habe. Es seien viele Jugendliche anwesend gewesen und nur einer habe entsprechende Äußerungen getätigt.

Apriessnig will nicht ausschließen, dass der Jugendliche "provoziert" worden sei. Möglich sei auch dass es sich um eine "linke Störaktion" gehandelt habe. "Das würde nicht zum ersten Mal vorkommen", so Apriessnig.

"SPÖ buhlt um Sympathien des rechten Randes"

Salzburgs Grüne halten derartige Vorkommnisse jedoch für alles andere als harmlos - und Schwaighofer bedauert, dass Gabi Burgstaller "im Wahlkampf nicht müde wird, der Salzburger FPÖ die grundsätzliche Regierungsfähigkeit zu bescheinigen". Für Schwaighofer ein demokratiepolitisch äußerst bedenkliches Signal: "Auch wenn Burgstaller nicht ernsthaft daran denkt, mit der FPÖ zu koalieren, sondern bloß um die Sympathien des rechten Randes buhlt, macht dies die Sache nicht besser.

Die FPÖ will keine Konsequenzen aus dem Vorfall ziehen, sagt Apriessnig. (rwh, derStandard.at, 19.1.2009)

  • Screenshot: Parteichef HC Strache war bei der Veranstaltung anwesend.
    foto: screenshot

    Screenshot: Parteichef HC Strache war bei der Veranstaltung anwesend.

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