Noppenauto, Mad Max, Puch Cobra

19. Februar 2009, 17:02
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Der beste Weg, ein krankes Baby zu bekommen, ist jener zum Kinderarzt. Die Babyschalenbasis bleibt also babyausfallsbedingt vorerst ungetestet

Ich wollte mit dem beinharten Testen der 8,5 Kilo schweren Babyschalenbasis beginnen und sie in jedes verfügbare Auto einbauen. Etwa in den Nissan Note mit den Blinkernoppen über den Scheinwerfern, die der Wurm geliebt hätte. Irrealis, denn er fuhr nicht mit, er war krank, wie alle Babys derzeit. Er hat sie auch alle beim Kinderarzt getroffen, sie haben ihn mit allem, was sie hatten, angesteckt.

Also fuhr ich das Trumm zwei Tage spazieren, danach mit dem Taxi zurück vom Nissan-Rückgabeort im Gewerbepark Stadlau, wo mich der Taxler 25 statt sechs Minuten in der Abendkälte warten ließ. Wer einen dicken Mantel angehabt hätte, den hätte auch das Über-die-Schulter-Hängen der 8,5 Kilo-Babyschalenbasis nicht gestört.

Danach fasste ich den Landrover Defeder SVX aus, ein Fahrzeug aus Mad Max 3.0 für den Stadtguerrillero mit kerngesundem Kreuz. Der Sprecher der Inder sagte, ich könne vorne keinen Kindersitz reintun, dafür aber hinten den Kinderwagen stehend transportieren, wenn ich das Stoffverdeck runterpfärngle.Während ich nachdachte, was das bedeutet, kam des Wurms Multikulti-Bakterien-Schleim-Cocktail über mich. Also krank.

Das bedeutet, ich kann die Anfrage meines Gitarristen (der statt mit unserer Mopedrock-Band namens "Puch Cobra" die Weltherrschaft zu erringen Sprecher einer Nobel-Automarke wurde) zu Sinn oder Unsinn einer 145-Euro-Ausgabe für eine 8,5 Kilo schwere Babyschalenbasis noch nicht befriedigend beantworten. Sobald ich die Bakterienarmada vom Wurminger abgewehrt habe, werde ich mich dieser Sache widmen. (Leo Szemeliker/DER STANDARD/Printausgabe/20.2.2009)

  • Vorsicht! Schleimer!
    foto: epa

    Vorsicht! Schleimer!

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