Proteste nach Mord an Journalisten

19. Februar 2009, 14:09
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Musa Khankel berichtete über die Einführung der Scharia in der Grenzregion zu Afghanistan - Er wurde verschleppt und erschossen

Islamabad - Journalisten in Pakistan haben am Donnerstag gegen den Mord an ihrem Kollegen Musa Khankhel im unruhigen Swat-Tal protestiert. In der Hauptstadt Islamabad gingen rund 200 Journalisten auf die Straße. In Sprechchören forderten sie besseren Schutz für Reporter in den Krisenregionen des Landes. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Auch in anderen Städten kam es zu Demonstrationen.

Von Unbekannten verschleppt und erschossen

Der Korrespondent des Nachrichtensenders Geo TV und der Zeitung "The News", Musa Khankhel, war am Mittwoch von Unbekannten verschleppt und erschossen worden. Er hatte über einen umstrittenen Friedensvertrag der Regionalregierung mit den radikal-islamischen Taliban im nordpakistanischen Swat-Tal berichtet, der am Dienstag abgeschlossen worden war. Demgemäß wird im Bezirk Malakand, in dem auch das Swat-Tal liegt, das islamische Recht (Scharia) eingeführt. Islamisten um den Geistlichen Maulana Fazlullah übernahmen im Herbst 2007 die Kontrolle über das Swat-Tal.

Die Vereinigung Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilte den Mord an dem 28-Jährigen und erklärte ihre Solidarität mit den Journalisten in den pakistanischen Krisengebieten. "Journalisten in diesen Kriegszonen brauchen die Hilfe der Behörden und der internationalen Gemeinschaft." Auf der ROG-Rangliste der Pressefreiheit stehe Pakistan auf Platz 152 von 173 Staaten. Seit Beginn des heurigen Jahres seien dort bereits drei Journalisten getötet worden. (APA/dpa)

 

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