Mattersburg gegen Ried und Frühjahrsfluch

19. Februar 2009, 13:41
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Burgenländer haben seit dem Aufstieg alle fünf Auftaktspiele verloren - Trainer Lederer vor Ried-Match: "Richtungsweisendes Match"

Mattersburg/Ried - Nach 66 Tagen Liga-Pause startet die Fußball-Bundesliga mit der Partie SV Mattersburg gegen die SV Ried ins Jahr 2009. Die abstiegsbedrohten Burgenländer kämpfen am Freitagabend (19.30 Uhr/live Premiere) vor heimischem Publikum gegen einen besonderen Fluch. Seit dem Aufstieg 2003 ist Mattersburg in fünf Auftaktspielen zur Frühjahresmeisterschaft fünfmal als Verlierer vom Platz gegangen. Die Gäste aus dem Innviertel wollen im Pappelstadion hingegen einen weiteren Versuch wagen, um ihr Auswärts-"Stigmata" abzulegen.

Ein Torverhältnis von 1:13 und fünf Niederlagen in den vergangenen fünf Partien zum Jahreseinstand sprechen nicht gerade für einen Mattersburger Erfolg. Allerdings traten die Burgenländer dabei viermal in der Ferne an. Vor heimischer Kulisse soll im Abstiegsfernduell mit dem punktegleichen Schlusslicht Altach am Freitag aber noch ein weiterer Bann gebrochen werden: Seit dem 23. August 2008 (2:1 gegen Kapfenberg), und damit fast einem halben Jahr, ging der Tabellenneunte in 15 Runden nicht mehr als Sieger vom Platz.

"Unser Ziel in diesem Spiel ist ohne Wenn und Aber ein Sieg, das ist für uns ein richtungsweisendes Match", erklärte Trainer Franz Lederer, der sein Team auf ein Geduldsspiel einschwor. "Ried wird sicher auf Konter lauern und wir müssen mit Geduld und Cleverness auftreten." Trotz zuletzt auch im Osten heftiger Schneefälle steht hinter der Partie im Pappelstadion kein Fragezeichen, nachdem das Spielfeld mit einer Plane bedeckt und somit schneefrei gehalten wurde.

Gegen Ried noch kein Thema ist der neue slowakische Stürmer Robert Ujcik, dem laut Lederer noch die nötige Spielpraxis fehlt. Mit dessen Landsmann Stanislav Velicky, der im Mittelfeld Sicherheit bringen soll, und dem Mazedonier Ostoja Stjepanovic stehen jedoch zwei Winter-Neuverpflichtungen vor ihrem Liga-Debüt. Ob die in der Vorbereitung erneut erprobte Viererkette bereits gegen Ried zum Einsatz kommt, blieb noch ein Geheimnis.

"Optimal ist es noch nicht, aber wir haben es jetzt drauf und sind dadurch flexibler", meinte Lederer. Das 4-4-2 werde jedenfalls beim ersten Misserfolg nicht wieder in der Schublade verschwinden. Die Vorbereitung sei nach dem Geschmack des 45-Jährigen verlaufen. "Jeder hat gezeigt, dass er den Ernst der Lage erkannt hat."

Im Lager der Oberösterreicher will Trainer Paul Gludovatz ein Frühjahr "ohne Wenn und Aber" sehen. Mit 19 Zählern Vorsprung auf Altach und Mattersburg soll das Thema Abstieg beim Tabellensechsten trotz Mini-Kader schnell abgehakt werden. "Wir wollen uns Ziele setzen, wobei es nicht um die Platzierung geht, sondern um Stabilität und ein solides Frühjahr", erklärte Gludovatz. Eines der vorrangigen Ziele sei dabei die Ablegung der nach nur einem Sieg in den jüngsten 18 Partien in der Ferne zurecht angedichteten Rieder Auswärtsschwäche.

"Auswärts haben wir diesen Stempel, dieses Stigmata. Das gilt es zu beheben", meinte Gludovatz. Dass von den ersten fünf Auftritten im Jahr 2009 vier (Mattersburg, Rapid, Sturm Graz, Admira im Cup) in der Ferne absolviert werden, stufte der Trainerfuchs als Manko ein: "Das ist ein Beginn, den wir uns so nicht gewünscht haben."

In personeller Hinsicht wird sich Ried im Frühjahr auf eine Gratwanderung einstellen müssen. Gerade einmal 15 Profis stehen im Kader, der im Winter geholte Spanier Yeray ist laut Gludovatz erst im ersten Schritt der Eingliederung. Trotzdem sei dieser Weg ein selbst auferlegter. "Das ist keine Sorge, sondern dem haben wir uns gestellt", erklärte der ehemalige U21-Teamchef, der aber auch unumwunden zugab: "Eines ist klar, wir sind sicher ausrechenbar." (APA)

Technische Daten und mögliche Aufstellung zum Freitag-Spiel der 23. Runde:

SV Mattersburg - SV Ried (Mattersburg, Pappelstadion, 19.30 Uhr/live Premiere, SR Lechner). Bisherige Saisonergebnisse: 2:1 (h), 0:0 (a).

Mattersburg: Borenitsch - Pöllhuber, Sedloski, Mravac, Rath - Atan, Velicky, Mörz, Lindström - Jancker, Naumoski
Ersatz: Bliem - Pauschenwein, Malic, Doleschal, Stjepanovic, Seidl, Wagner, Lindner
Es fehlen: Schmidt, Salamon, Ujcik (alle zu wenig Spielpraxis)

Ried: Gebauer - Stocklasa, Glasner, Burgstaller - Brenner, Mader, D. Berger - Lexa, Drechsel, Nacho - Bammer/Salihi
Ersatz: Auer - Kovacevic, Pllana, Hadzic, Hackmair, Yeray
Es fehlen: Kujabi (gesperrt)

 

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