Russisch-georgischer Song Contest-Konflikt

20. Februar 2009, 14:52
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Georgischer Beitrag "We Don't Wanna Put In" missfällt Moskau - Regierungssprecher nennt es "Rowdytum"

Moskau/Tiflis - Russland hat vor dem Eurovision Song Contest im Mai in Moskau den georgischen Protestsong gegen Wladimir Putin als "Rowdytum" bezeichnet. Es sei bedauerlich, dass die Georgier den in Europa beliebten Musikwettbewerb als Bühne für politische Aussagen nutzen wollten, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow nach Angaben der Staatsagentur RIA Nowosti am Freitag. Die Band Stefane & 3G spielt in der flotten Disco-Nummer "We Don't Wanna Put In" mit dem Namen des russischen Regierungschefs. In einer vom georgischen Fernsehen ausgestrahlten Bühnenshow stellten Stefane & 3G auch Szenen mit angedeuteten Pistolenschüssen nach.

Peskow äußerte die Hoffnung, dass die Georgier doch lieber "ihre reiche und schöne Musikkultur" in Moskau präsentieren als "pseudopolitische Ambitionen". Auch in Georgien stieß der antirussische Beitrag auf Kritik. Die Sängerin Diana Gurzkaja, die im Vorjahr für Georgien angetreten war, forderte Änderungen an dem Wettbewerbsbeitrag.

Fristen

Die Organisatoren des Song Contests verwiesen darauf, dass die Europäische Rundfunkunion (European Broadcasting Union) als Veranstalter alle Beiträge nach Einsendeschluss am 16. März offiziell begutachte. "Bis zu diesem Datum kann jedes Land seinen Beitrag ändern oder ersetzen", teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.

Insgesamt treten beim 54. Grand Prix in Moskau 43 Länder zum größten Musikwettbewerb der Welt an - Österreich ist nicht dabei. Rund 100 Millionen Fernsehzuschauer werden erwartet. Das Finale geht am 16. Mai in der Moskauer Olympia-Halle über die Bühne. (APA/dpa/red)

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    Stefane und seine drei Begleitsängerinnen eint ein Gedanke: "We Don't Wanna ..."

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