Butter made in Italy

19. Februar 2009, 13:15
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Lega-Nord startet Feldzug gegen französische Produkte

Rom - Italiens rechtspopulistische Regierungspartei Lega Nord startet einen gastronomischen Kreuzzug zum Schutz der italienischen Lebensmittelproduktion. Unter dem Druck der norditalienischen Partei darf künftig französische Butter nicht mehr im Restaurant des Parlaments serviert werden. Sie wurde durch echte italienische Butter ersetzt.

"Im Restaurant des Parlaments sollen nur italienische Produkte angeboten werden", sagte Landwirtschaftsminister Luca Zaia, der einen Kampf zum Schutz von "Made in Italy" in der Gastronomie führt. Die Lega Nord hat kürzlich dem lombardischen Regionalrat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der die Eröffnung von Ethno-Lokalen in den Zentren der großen Städten verbietet. Überdies sollen die Öffnungszeiten ausländischer Geschäfte streng kontrolliert werden. Man will dafür sorgen, dass sie nicht rund um die Uhr in Betrieb sind und somit den Italienern Konkurrenz machen.

Gastronomische Tradition wahren

Die Lega Nord nimmt sich am Gemeinderat der toskanischen Stadt Lucca ein Beispiel, der kürzlich die Eröffnung von Ethno-Lokalen im mittelalterlichen Zentrum untersagt hat, um "die gastronomische Tradition und die architektonischen Eigenschaften" des Stadtkerns zu bewahren. Vorgeschrieben wird, dass jedes Restaurant in Lucca mindestens ein typisches Gericht aus der Region anbietet.

Mit dem lombardischen Feldzug zeigte sich Minister Zaia einverstanden. "Ich finde es nicht gut, dass unsere Städte sich mit Ethno-Lokalen füllen. Es ist besser, dass unsere Jugendliche echten Prosciutto statt Kebab essen", so Zaia. Der Minister hatte die Italiener zu Weihnachten aufgefordert, für das Festessen auf importierte Ananas zu verzichten. Den Vorwurf des Protektionismus wies der Minister zurück: "Das ist keine Kampagne gegen Ananas. Sie ist ein Symbol für ein Produkt, das bis zu unseren Tischen 2.500 Kilometer weit reist, während wir in Italien 4.500 typische Produkte anbauen." (APA)

 

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    Die Lega Nord will heimische Produkte bevorzugen.

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