Konzern-Chef Thomas Kleibl geht

19. Februar 2009, 13:17
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Kurzzeit-Immofinanzchef Kleibl scheidet nach fünf Monaten überraschend aus

Wien - Nach nur fünf Monaten an der Spitze der Immofinanz verlässt Thomas Kleibl den krisengeschütteten Immobilienkonzern. Seine Agenden, "vor allem die Rückgewinnung des Vertrauens der Banken, sind weit gehend abgeschlossen und der Restrukturierungsplan vorbereitet" , erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Kleibl wird künftig als Senior Advisor für einen schwedischen Industriefonds tätig sein, wurde mitgeteilt.

Seine Aufgabe sei es gewesen, "die komplexen Probleme zu analysieren und rasch die Grundlagen für eine Restrukturierung zu schaffen" , wird Kleibl am Donnerstag in deiner Ad-hoc-Mitteilung zitiert. Dies sei ihm "in kürzester Zeit gelungen vor allem aufgrund des Vertrauens der Banken in die Glaubwürdigkeit meiner Person" .
Hintergrund für den überraschenden Abgang des einstigen AUA-Finanzchefs dürften zum einen Meinungsverschiedenheiten mit Immoeast-Chef Eduard Zehetner sein, den Immofinanz-Investor und Geschäftspartner Rudolf Fries eingesetzt hatte. Zum anderen dürfte der Rückzug Kleibls mit den Weichenstellungen für die Zukunft des Konzerns zusammenhängen.
Wie der Standard berichtet hat, dürfte es eine Annäherung von Immoeast und Immofinanz mit der niederländischen Constantia-Packaging B.V. geben, die Haftungen gegenüber der Immobiliengruppe übernommen hat. Man spricht von einer Vergleichszahlung von 350 Mio. Euro.

Managementverträge vor Auflösung

Auch die Management-Verträge zwischen Constantia Privatbank und Immofinanz-Gruppe dürften demnächst aufgelöst werden. Und der offene Kredit von Immoeast an Immofinanz könnte mit der Abtretung der Immowest (teil)abgegolten werden; die genaue Bewertung ist aber noch offen. In der Immowest sind vor allem Immobilien in Deutschland geparkt.
Bei den Immobilienverkäufen ist inzwischen einiges weitergegangen, neben dem Citypoint Wien wurde auch eine große Liegenschaft in Wien-Neubau verkauft. Das Problem: Die Dokumentation der Immobilien ist schlecht, Interessenten müssen oft lange warten, um an Auskünfte zu kommen. Das war offenbar konzernimmanent:Unter "Konzernchef" Karl Petrikovics wurden auch keine Vorstandsprotokolle geführt.(Claudia Ruff, Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.2.2009)

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    Nur ein Abstecher in die Immo-Branche: Thmoas Kleibl

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