NATO und Einsatz der ISAF-Truppe

19. Februar 2009, 11:42
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Aufstockung rund um Präsidentenwahl geplant

Krakau - Die NATO hat die Internationale Schutztruppe in Afghanistan ISAF im August 2003 übernommen. Sie war bereits nach dem Sturz der radikal-islamischen Taliban im Dezember 2001 durch eine US-geführte Invasion vom UNO-Sicherheitsrat beschlossen und eingerichtet worden. Der Truppe, die den Wiederaufbau eines demokratischen Afghanistan schützen soll, gehören derzeit rund 55.000 Soldaten aus 41 Staaten an.

Auch Nicht-Mitglieder der NATO wie beispielsweise Australien und Neuseeland beteiligen sich an der ISAF (International Security Assistance Force); Österreich hat derzeit zwei Offiziere in der Hauptstadt Kabul, nachdem dort bis zu 170 Bundesheer-Soldaten stationiert waren, bevor die NATO das Kommando übernahm. Zusätzlich zur ISAF haben die USA 16.000 Soldaten unter eigenem Kommando im Rahmen der Anti-Terror-Koalition Operation Enduring Freedom (OEF) in Afghanistan.

Aufstockung rund um Präsidentenwahl geplant

Die drei größten Truppensteller der ISAF sind: die USA (23.200), Großbritannien (9.000), Deutschland (3.500). Besonders heftig umkämpft ist der Osten des Landes, wo die meisten Soldaten der USA stationiert sind. Die schwer kontrollierbaren nahen Stammesgebiete Pakistans gelten als Rückzugsgebiet und Nachschubbasis der Taliban.

Die NATO will die Militärpräsenz der ISAF vor und nach der für August geplanten Präsidentenwahl in Afghanistan verstärken. Die Militärs haben mindestens 3.000 zusätzliche Soldaten angefordert.

Anstieg der getöteten ausländischen Soldaten

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der getöteten ausländischen Soldaten der ISAF und der OEF um 35 Prozent. Nach Militärangaben aus Kabul kamen mindestens 270 ausländische Soldaten ums Leben. Die Zahl der explodierten Sprengsätze stieg um etwa ein Drittel. Die Stabilisierung des Landes wird auch durch die bis in höchste Regierungskreise reichende Korruption und den Drogenanbau erschwert. Aus Afghanistan kommen rund 95 Prozent des weltweit verbrauchten Opiums.

Die NATO-Strategie in Afghanistan beruht darauf, dass das Militär den zivilen Wiederaufbau nur absichern, jedoch nicht ersetzen kann. In Afghanistan arbeiten derzeit 26 zivile Wiederaufbauteams (PRTs).

Die USA griffen Afghanistan nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington an. Die Taliban gewährten dem nach wie vor nicht gefassten Terrorführer Osama Bin Laden und Angehörigen des internationalen Netzwerks Al-Kaida Unterschlupf. (APA/dpa)

 

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