Drogenhandel in Afghanistan ausgeweitet

20. Februar 2009, 10:02
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Das Land am Hindukusch ist nach wie vor Quelle für 90 Prozent des illegalen Opiums weltweit

Wien - Trotz der Präsenz von NATO-Truppen breitet sich der Drogenhandel in Afghanistan immer weiter über das ganze Land aus. Obwohl die Anbauflächen für Schlafmohn um 19 Prozent gesunken sind, ist das Land am Hindukusch noch immer die Quelle für 90 Prozent des illegalen Opiums weltweit, heißt es im jüngsten Jahresbericht des UN-Suchtkontrollrats INCB, der in Wien vorgelegt wurde. Insgesamt bescheinigen die Drogenexperten der Vereinten Nationen den internationalen Bemühungen um eine Eindämmung des Phänomens in Afghanistan in dem Report nur "geringe Fortschritte".

Drogenkonsum angestiegen

In Hinblick auf den Drogenkonsum habe sich die Lage in dem Land sogar verschlimmert, meinen die Autoren des Berichts. Auch der lukrativer gewordene Anbau von Cannabis sei gewachsen. Aus diesem Grund fordert der Suchtkontrollrat die Regierung in Kabul auf, "sich in erster Linie der Beseitigung dieses alarmierenden Trends anzunehmen und den Bauern eine legale und nachhaltige Lebensweise zu ermöglichen". Der INCB drängt gleichzeitig die Nachbarländer Afghanistans und die an den Schmuggelrouten gelegenen Länder, "etwaige Schlupflöcher zu beseitigen, die von kriminellen Organisationen zur Abzweigung von Vorläufersubstanzen aus dem internationalen Handel genutzt werden".

Hauptumschlagplatz für Kokainschmuggel laut UNO in Westafrika

Nach Erkenntnissen der UN-Organisation hat sich Westafrika in den vergangenen Jahren zunehmend zu einem Hauptumschlagplatz für den Kokainschmuggel nach Europa entwickelt. Kokainlieferungen für die illegalen Märkte in Europa würden immer häufiger über die Region geliefert. Nach Ansicht des INCB macht die geographische Lage Westafrika zu einem idealen Umschlagplatz für die Verladung von Kokainlieferungen aus Lateinamerika auf dem Weg zu den wachsenden Kokainmärkten Europas. Hinzu komme, dass schwache staatliche Strukturen die Möglichkeiten des Kampfes gegen Drogenhandel und seine Folgen, wie Korruption und Drogenmissbrauch, begrenzten. Mehrere Regierungen in Westafrika haben dem Report zufolge Maßnahmen ergriffen, um das Problem zu bekämpfen.

Nach Erkenntnissen der UN-Experten nutzen Drogenringe außerdem immer stärker legale Handelswege und Kanäle, um an Chemikalien zur Produktion verbotener Amphetamine wie etwa Ecstasy zu kommen. Kriminelle Organisationen versteckten sich häufig hinter Scheinfirmen, um die Chemikalien legal zu exportieren oder zu importieren. Dabei gehe es in erster Linie um die Abzweigung von Ephedrin und Pseudoephedrin, die zur Herstellung von Substanzen wie e Methamphetamin, Amphetamin und MDMA (Ecstasy) verwendet werden, heißt es im Jahresbericht des INCB.

Methamphetaminproduktionin den USA

Nach den Erkenntnissen des Kontrollrats importierten im Jahr 2008 afrikanische Länder erhebliche Mengen an Substanzen, die Ephedrin und Pseudoephedrin enthalten und ihren jährlichen Bedarf für medizinische und wissenschaftliche Zwecke deutlich überstiegen. "Zahlreiche verdächtige Sendungen, die nach Afrika gelangten, waren für Mexiko bestimmt, dessen Methamphetaminproduktion den großen Markt in den Vereinigten Staaten bedient", heißt es in dem Report. Aus diesem Grund ruft der INCB alle Staaten dringend dazu auf, den kommerziellen Handel mit Chemikalien genau zu überwachen. (APA/dpa)

 

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