Karikatur sorgt für Empörung

19. Februar 2009, 10:46
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New Yorker Tageszeitung druckte Zeichung ab, die toten Affen mit Obama vergleicht - Zeitung entschuldigt sich

In den USA rief eine Karikatur der Zeitung "New York Post" am Mittwoch Entrüstung hervor: Sie zeigt einen Affen, der von einen Polizisten per Pistolenschuss niedergestreckt wird. Tatsächlich sorgte der Todesschuss auf einen wildgewordenen Schimpansen in Connecticut am Montag für Schlagzeilen in den Chronik-Teilen der Tageszeitungen. Das Tier war wie in Rage auf seine Besitzerin losgegangen und hatte sie mit Bissen ins Gesicht schwer verletzt. Grund zur Empörung liefert die Sprechblase, die in der Karikatur zu finden ist und bei der der Schütze sagt:  "Nun müssen sie sich jemand anderes suchen, der das nächste Konjunkturpaket entwirft" - in den Augen von Kritikern eine klare Anspielung auf Präsident Barack Obama. Die Darstellung von Afroamerikanern als Affen hat in den USA eine lange, tief rassistische Tradition.

"Die Zeichnung ist empörend, wenn man die rassistischen Attacken auf Afroamerikaner in der Geschichte betrachtet", sagt der Bürgerrechtler Al Sharpton zur Nachrichtenagentur Reuters. New York Post-Chefredakteur Col Allan wehrt sich: "Die Zeichnung ist eine klare Parodie auf die Zustände in Washington." Sharpton reicht diese Rechtfertigung nicht. Er kündigte eine Demonstration vor dem Bürogebäude der Zeitung an.

"New York Post" entschuldigt sich

Die "New York Post" hat sich indessen für die umstrittene Karikatur entschuldigt. In einem am Freitag auf der Website der Zeitung veröffentlichten Leitartikel hieß es, die Zeichnung sei als Kritik am derzeitigen Konjunkturprogramm gedacht gewesen. Hunderte Demonstranten hatten am Donnerstag bei Kundgebungen in New York zum Boykott des Blattes aufgerufen. (APA/red)

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    Der New Yorker Staatssenator Eric Adams ist entrüstet.

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