Continental macht 2008 Milliardenverlust

19. Februar 2009, 09:27
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Im Vorjahr wurde noch ein Gewinn von 1,02 Milliarden Euro erzielt

Hannover ( - Den von seinem fränkischen Konkurrenten Schaeffler geschluckten deutschen Autozulieferer Continental trifft die Absatzkrise der Autoindustrie mit voller Härte. Im Gesamtjahr 2008 verbuchte das Unternehmen einen Verlust 1,12 Mrd. Euro, wie Conti am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 1,02 Mrd. erwirtschaftet.

Vor allem aufgrund von Abschreibungen auf die zugekaufte Autoelektronikfirma VDO von 1,23 Mrd. Euro verbuchte das Unternehmen einen Verlust vor Zinsen und Steuern von 296 Mio. (Vorjahr: plus 1,67 Mrd.) Euro. Der Umsatz legte wegen des VDO-Zukaufs auf 24,2 (16,6) Mrd. Euro zu, die Umsatzrendite sank auf 7,6 (11,1) Prozent. Damit erreichte Conti zwar seine erst im Dezember auf 7,5 bis 8,0 Prozent gesenkte Zielmarge, die um die Abschreibungen auf den VDO-Zukauf sowie um Restrukturierungs- und Integrationsaufwendungen bereinigt ist. Die Schätzungen von Branchenexperten verfehlte Conti allerdings. Analysten hatten für das Gesamtjahr im Schnitt mit einem Verlust von 239 Mio. Euro, einem Gewinn vor Zinsen und Steuern von 625 Mio. und einem Umsatz von 24,8 Mrd. gerechnet.

Angesichts der Absatzkrise in der Autoindustrie verzichtete Conti auf eine konkrete Prognose. Allerdings sei mit einer Beschleunigung des Umsatzrückgangs in den Automotive-Divisionen zu rechnen, kündigte das Unternehmen an. "Es ist anzunehmen, dass es im laufenden Jahr zu erheblichen Restrukturierungsmaßnahmen kommt", sagte Firmenchef Karl-Thomas Neumann. Zu seinem angeschlagenen Großaktionär Schaeffler und dessen Ruf nach Staatshilfe erklärte das Unternehmen nur, die begonnenen Gespräche über eine Zusammenarbeit würden fortgesetzt. APA/Reuters)

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