Deutsche Postbank baut fast eine Milliarde Verlust

19. Februar 2009, 08:00
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Die Turbulenzen an den Finanzmärkten haben bei der Postbank im vierten Quartal tiefrote Spuren hinterlassen

Frankfurt - Die Deutsche Postbank ist 2008 erstmals seit über einem Jahrzehnt in die Verlustzone gerutscht. Das Institut, das an die Deutsche Bank verkauft werden soll, erzielte im vergangenen Jahr einen Fehlbetrag vor Steuern von 974 Mio. Euro, wie die in Bonn ansässige Postbank am Donnerstag mitteilte. Im Jahr zuvor hatte noch ein Vorsteuergewinn von 992 Mio. Euro in den Büchern gestanden. Grund für das Minus waren Belastungen in Folge der weltweiten Finanzkrise von insgesamt mehr als 1 Milliarde Euro.

Das Ergebnis war etwas schlechter als Analysten im Schnitt erwartet hatten. Im operativen Kerngeschäft konnte die Postbank ihre Erträge dagegen steigern. Der Zinsüberschuss legte um 255 Mio. Euro auf 2,5 Mrd. Euro zu. Das Provisionsergebnis kletterte um 2 Mio. auf 1,43 Mrd. Euro.

Postbank-Chef Wolfgang Klein bekräftigte das Ziel der Bank, mittelfristig eine Eigenkapitalrendite von 13 bis 15 Prozent nach Steuern zu erwirtschaften.

Keine Boni

Der deutsche Postbank-Vorstand verzichtet für das Verlustjahr 2008 auf Bonuszahlungen kündigte Klein an. "Ich gehe davon aus: Für den Postbank-Vorstand wird es keinen Bonus geben", sagte Klein. "Für unsere Führungskräfte möchte ich die gute Gewohnheit beibehalten, dass wir die Verträge, die wir mit ihnen geschlossen haben, auch einhalten."

Die Postbank habe vor, "genauso individuell zu honorieren, wie wir es vereinbart haben". Klein betonte: "Die Tatsache, dass wir durch die Finanzmarktkrise so schlechte Zahlen ausweisen müssen, wird jeder Mitarbeiter bei uns spüren, aber in einer sinnvollen, strukturieren, verantwortlichen Weise." Bei Führungskräften betrage die Bonuskomponente am Gesamtgehalt 40 Prozent. (APA/Reuters)

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