Russische Marine versenkt chinesischen Frachter

20. Februar 2009, 06:31
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Acht Seeleute kamen laut chinesischen Informationen ums Leben - Russischer Grenzschutz verteidigt Verfolgung - Peking fordert Untersuchung

Peking - Bei einem Seezwischenfall hat die russische Marine auf einen chinesischen Frachter geschossen, der daraufhin gesunken ist. Mindestens acht Seeleute kamen ums Leben. Die chinesische Zeitung "Global Times" berichtete aus Moskau, das Marineschiff habe mindestens 500 Schüsse auf das chinesische Schiff "New Star" abgefeuert und dabei schon mindestens einen Seemann getötet. Der Kreuzer habe den Frachter verfolgt, nachdem dieser ohne Genehmigung der russischen Behörden den Hafen von Nachodka verlassen hätte. Das chinesische Schiff sei dort festgehalten worden. Ursache war nach widersprüchlichen Berichten ein Vorwurf über angeblichen Schmuggel oder ein Rechtsstreit um die Qualität einer Reislieferung.

Russischer Grenzschutz verteidigt Verfolgung

Der russische Grenzschutz hat indessen sein Vorgehen bei der Verfolgung des chinesischen Frachters verteidigt. Der Hongkonger Eigentümer des Schiffes dagegen erhob schwere Vorwürfe und sprach am Donnerstag von einer "Mordtat".

Acht der 16 Besatzungsmitglieder seien ums Leben gekommen, berichtete die J-Rui Lucky Shipping Company nach Angaben der Informationswebseite der chinesischen Regierung. Die russischen Patrouillenboote hätten "stundenlang" auf die "New Star" geschossen und den Schiffsrumpf ernsthaft beschädigt, so dass der Frachter wenig später gesunken sei. Die Besatzung der unter der Flagge Sierra Leones fahrenden "New Star" habe sich in zwei Rettungsboote gerettet. Die russischen Offiziere hätten zunä zuchst keine Hilfe angeboten, sie an Bord holen.

Warnschuss?

Laut dem russischen Grenzschutz hätten die Besatzungen der Patrouillenboote den Kapitän des chinesischen Frachters während einer 15-stündigen Verfolgungsjagd mehrfach per Lautsprecher und Leuchtraketen zur Umkehr aufgefordert, zitierte der Fernsehsender "Russia Today". Schließlich eröffneten sie das Feuer. Das Kriegsschiff soll 500 Mal auf die "New Star" geschossen haben. Der russische Staatsanwalt Alexander Selentsow sprach dagegen von lediglich einem Warnschuss.

Vorwürfe, wonach der Grenzschutz die Besatzung nicht habe retten wollen, wiesen die russischen Behörden zurück. Nach russischen Angaben geriet der chinesische Frachter wegen eines Sturms in Seenot, was Crewmitglieder bestritten.

Das Hongkonger Unternehmen räumte ein, dass der Frachter ohne Erlaubnis den Hafen von Nachodka verlassen habe. Es habe einen Streit über die Qualität einer Lieferung Reis aus Thailand gegeben. Der russische Agent habe bei dem Verfahren für das Auslaufen des Schiffes nicht mehr kooperiert. Das Außenministerium in Peking sprach zunächst von einem "Unglück" und forderte die russischen Behörden zur Untersuchung auf. Außerdem sollen die russischen Behörden die Suche nach den sieben noch vermissten Seeleuten fortsetzen, verlangte China. (APA/dpa)

 

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