Unblutiges Ende im Mürztal

19. Februar 2009, 06:16
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Cobra stürmte nach 20 Stunden Wohnung - Keine Geisel - Steirer fühlte sich ungerecht behandelt

Graz - Eine angebliche "Geiselnahme" in St. Marein im Mürztal in der Steiermark ist Donnerstag Früh nach 20 Stunden unblutig beendet worden. Einheiten der Polizeispezialeinheit Cobra stürmten gegen 4:00 Uhr das Mehrparteienhaus, in dem sich ein 55-jähriger Obersteirer verschanzt hielt. Der Mann konnte festgenommen werden. Der Mann sowie drei Cobra-Beamte erlitten leichte Rauchgasreizungen.

Ungerecht behandelt gefühlt

Er habe sich ungerecht behandelt gefühlt und seine Tat schon länger geplant, um auf seinen Fall aufmerksam zu machen. Er wurde vor längerer Zeit wegen gefährlicher Drohung und Körperverletzung verurteilt.  Der 55-Jährige schickte auch Briefe an Persönlichkeiten, u.a. an den Bundespräsidenten und den steirischen Landeshauptmann.

Autostopperin als Geisel

Wie sich herausstellte, hatte sich - entgegen seinen Aussagen - keine Geisel in der Gewalt des Mannes befunden. Die Polizei war bis zuletzt von einer Geiselnahme ausgegangen. Der Täter behauptete, eine deutsche Autostopperin in seiner Gewalt zu haben. Zudem hatte er gedroht, das Mehrparteienhaus, in dem er sich verschanzt hatte, mit Gasflaschen in die Luft zu sprengen.

Benzinkanister und Molotow-Cocktails

Auch wenn es letztlich keine Geiselnahme war, stellte sich der Cobra-Einsatz als schwierig dar: Der Täter hatte sich verbarrikadiert und Benzinkanister und Molotow-Cocktails in der Art von Sprengfallen bereitgestellt.

Mann hatte sich unter Decke versteckt

Wie Sicherheitsdirektor Josef Klamminger erklärte, habe man sich zu dem Zugriff entschlossen, da am Abend der Gesprächskontakt plötzlich abbrach. Um 4.00 Uhr erfolgte der Zugriff. Sowohl die Fenster als auch die Türen waren mit Holzkeilen und Möbel verbarrikadiert. Als weitere Waffe wurde ein auf einem Stab montiertes Messer gefunden. Weil der Täter auch einen Feuerlöscher in Betrieb setzte, war die Lage zunächst unübersichtlich. Der Mann hielt sich unter einer Decke versteckt und ließ sich widerstandslos festnehmen.

Die Durchsuchung des Hauses ergab, dass sich keine weitere Person in den Räumlichkeiten befand. Der 55-Jährige gab dann sofort zu, dass er keine Geisel habe und auch nie eine gehabt habe. (APA)

 

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