ORF-Markenpolitik

18. Februar 2009, 19:34
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Der ORF überlegt, seine Auslandskorrespondenten einzusparen - Was hier geplant ist, bedeutet Beschädigung der Marke ORF

Wenn ein Schraubenunternehmen drastisch sparen muss - wo wird dann gekürzt? Bei den Spezialschrauben, die bei den Kunden einen guten Namen haben und die "unique selling proposition" oder das "Alleinstellungsmerkmal" der Firma ausmachen? Eine "Markenpolitik", die sich eine Geschäftsführung sehr, sehr gut überlegen sollte.

Nun kommt die Meldung, dass der ORF überlegt, seine Auslandskorrespondenten drastisch einzusparen. Ein "zentraler Chefredakteur", der ein wichtiger Parteigänger der FPÖ ist und daher selbst trotz Altersgrenze und weitgehender Funktionslosigkeit nicht eingespart werden kann, wurde beauftragt, ein Konzept zu entwerfen. Übrig blieben demnach Voll-Korrespondenten nur in den Welthauptstädten Washington, Moskau, Peking, Berlin - und Brüssel. Der Rest soll zugesperrt werden. Europa, vor allem Osteuropa, wo derzeit unsere ökonomische Zukunft mitentschieden wird? Uninteressant.

Der ORF ist personell überbesetzt - aber nicht mit Journalisten, die echt arbeiten und über Sachkompetenz verfügen. Die Kosten liegen woanders. Was hier geplant ist, bedeutet Beschädigung der Marke ORF. (Hans Rauscher, DER STANDARD; Printausgabe, 19.2.2009)

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