Männer sehen Frauen in sexualisierter Darstellung als Objekte

19. Februar 2009, 10:48
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US-ForscherInnen weisen nach, dass Bikini-Bilder bei Männern Gehirnregionen aktivieren, die für Werkzeuggebrauch zuständig sind

New Jersey - Für die Annahme, dass Männer Frauen in sexualisierter Darstellung als Objekte betrachten, liefern SozialpsychologInnen der University Princeton nun den wissenschaftlichen Beweis. Die ForscherInnen legten heterosexuellen Männern Fotos von Männern und Frauen vor, die als Portrait, als kopfloser Körper mit vollständiger Bekleidung oder im Badekostüm abgebildet waren. Dabei beobachteten sie, wie sich die Gehirnströme der Männer veränderten und überprüften die Fähigkeit zur Erinnerung.

Gehirnregionen für manipulierbare Objekte aktiv

Im Test behielten die Männer die Abbildungen von Frauen in Bikinis am besten im Gedächtnis, auch wenn sie diese zuvor nur zwei Zehntelsekunden lang gesehen hatten. Mehr Aufschluss lieferte die funktionelle Magnetresonanztomographie. Im Gegensatz zu den anderen Bildern lösten die Bikini-Bilder Aktivität in denjenigen Gehirnregionen aus, die für manipulierbare Objekte und für den Werkzeuggebrauch zuständig sind. Regionen für gegenseitiges Einfühlungsvermögen und Verständnis blieben hingegen wenig genutzt.

Bilder wirken stärker als angenommen

"Männer sehen Frauen in sexualisierter Darstellung kaum als Personen mit eigenen Wünschen und Absichten", resümiert die Forschungsleiterin Susan Fiske ihre Untersuchungen. "Das deutet darauf hin, dass diese Bilder mehr Wirkung haben als allgemein angenommen." Dass die Darstellungsformen auf Fotos den sozialen Umgang beeinflussen, hätten frühere Studien über die Wirkung von Bildern bei der Behandlung von Frauen in Bewerbungsgesprächen bewiesen.

Objektivierungsmechanismen von Frauen

"Bisherige Forschungen haben gezeigt, dass Männer Sex noch mehr als begehrenswertes Ziel sehen als Frauen", begründet Fiske den Umstand, dass die Studie nur die Reaktion von Männern untersucht. Es sei anzunehmen, dass Frauen Männer durch andere Prozesse objektivieren. "Eine dementsprechende Studie ist in Vorbereitung", so die US-Kognitionspsychologin. (pte)

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    Im Gegensatz zu den anderen Bildern lösten die Bikini-Bilder bei den männlichen Probanden Aktivität in den Gehirnregionen aus, die für manipulierbare Objekte und für den Werkzeuggebrauch zuständig sind. Regionen für gegenseitiges Einfühlungsvermögen und Verständnis blieben hingegen wenig genutzt.

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