Vatikan-Astronom hält an Big Bang und der Möglichkeit außer­irdischen Lebens fest

18. Februar 2009, 18:32
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Jose Gabriel Funes: Urknall-Theorie harmoniert gut mit dem Begriff eines schöpfenden Gottes

Rom - Der vatikanische Chefastronom Pater Jose Gabriel Funes hatte bereits im Mai des vergangenen Jahres für Aufsehen gesorgt, indem er die mögliche Existenz außerirdischen Lebens für gut vereinbar mit der christlichen Schöpfungsidee hielt. Im Interview mit dem am kommenden Freitag erscheinenden Wissenschaftsmagazin "Focus" bekräftigt er seinen Standpunkt noch einmal: "Es ist möglich, dass es im Universum andere Lebensformen gibt, die auch eine Intelligenz haben", sagte Funes. "Man rechnet, dass es 100 Milliarden Galaxien gibt, jede mit 100 Milliarden Sterne. Um viele dieser Sterne kreisen Planeten. Es gibt daher eine große Wahrscheinlichkeit, dass es einen Planeten wie unseren gibt. Es ist auch möglich, dass es im Universum andere Lebensformen gibt", meinte Funes.

Der Argentinier ist überdies der Ansicht, dass die Big Bang-Theorie die glaubwürdigste in Bezug auf das Entstehen des Universums sei. Diese Theorie harmoniere gut mit dem Begriff eines schöpfenden Gottes, sagte Funes. Astronomie und Gottesglaube stünden keineswegs im Widerspruch zueinander.

Der Jesuit leitet die im Apostolischen Palast in Castel Gandolfo bei Rom untergebrachte Vatikan-Sternwarte. Wegen der starken Luftverschmutzung über der italienischen Hauptstadt führt sie die wissenschaftlichen Beobachtungen des Weltraums jedoch im Wesentlichen in einer Sternwarte in Tucson im US-Bundesstaat Arizona durch. (APA/red)

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    Jose Gabriel Funes ist offen für gegenwärtige Konzepte

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