Deutsche Telekom sieht kein Ende des Personalabbaus

18. Februar 2009, 18:11
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Warnstreik für besseres Lohnangebot des Konzerns - Ende kommender Woche nächste Tarifverhandlungen

 Die Deutsche Telekom sieht noch kein Ende der Stellenstreichungen, will aber weiter ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen. "Wir werden auch künftig Personal sozialverträglich abbauen, in einer Größenordnung wie in der Vergangenheit", sagte Personalvorstand Thomas Sattelberger am Mittwoch vor Journalisten. Dies solle vor allem über Fluktuation, Abfertigungsangebote, Vorruhestandsregelungen und die Weitervermittlung von Beamten erfolgen. In den vergangenen Jahren hat der Konzern im Schnitt 10.000 Arbeitsplätze jährlich abgebaut.

Ausbildung

Gleichzeitig will Sattelberger eine Überalterung der Belegschaft durch Neueinstellungen verhindern und mit Blick auf den Breitbandausbau stärker im technischen Bereich ausbilden. 2009 zähle die Telekom wieder 3.600 Auszubildende. Zusätzlich rechnet der Manager mit 3.500 (Vorjahr: 3.600) Neueinstellungen.

In ihrer Großkundensparte T-Systems will die Telekom den Stellenabbau über Abfindungsangebote vorantreiben. "Bisher haben sich etwa 1.600 Beschäftigte gemeldet", erläuterte Sattelberger. Er gehe davon aus, auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu können.

Wie bereits im vergangenen Jahr könnten auch im laufenden 3.000 Stellen abgebaut werden, indem die Telekom Beamte an den Bund abgibt, führte Sattelberger aus. Diese würden überwiegend an die Bundesagentur für Arbeit sowie an Länder und Kommunen vermittelt. 53.000 der etwa 132.000 Mitarbeiter, die der ehemalige Staatsmonopolist am Heimatmarkt beschäftigt, sind Beamte.

Warnung

Rund 4.500 Mitarbeiter der Deutschen Telekom haben sich nach Gewerkschaftsangaben am Mittwoch deutschlandweit an Warnstreiks beteiligt. Mit den Arbeitsniederlegungen wollen sie ein besseres Tarifangebot des Konzerns in den laufenden Verhandlungen durchsetzen. Die Gewerkschaft Ver.di fordert für etwa 83.000 Beschäftigte eine Gehaltserhöhung von 8,5 Prozent, mindestens aber 220 Euro pro Monat mehr. Das Angebot der Telekom sieht eine Entgelterhöhung um 3,0 Prozent rückwirkend zum 1. Jänner und ein Jahr später um weitere 2,5 Prozent vor.

Ver.di-Verhandlungsführer Lothar Schröder sagte laut Mitteilung in Berlin: "Wenn wir in der kommenden Runde kein neues Angebot vorgelegt bekommen, wird die große Tarifkommission über das Scheitern der Verhandlungen entscheiden." Die nächsten Verhandlungen sind für den 26. und 27. Februar 2009 geplant.

Ein Schwerpunkt der Warnstreiks lag am Mittwoch in Baden-Württemberg. Dort legten rund 1.250 Beschäftigte in 16 Städten für mehrere Stunden ihre Arbeit nieder, wie ein Ver.di-Sprecher mitteilte. Betroffen waren unter anderem Standorte in Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe und Heilbronn. Für die Kunden gab es nach Angaben der Gewerkschaft Verzögerungen bei der Störungsbeseitigung und der Auftragsannahme. (APA/Reuters/dpa)

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