"Riesige Hürden" für berufstätige Studenten

18. Februar 2009, 16:26
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Arbeiterkammer: Förderung soll Teil der kommenden Leistungsvereinbarungen sein - SPÖ für verbesserte finanzielle Ausstattung der Unis

Wien  - Die Arbeiterkammer fordert, dass berufstätige Studierende mehr gefördert und ihre Probleme stärker berücksichtigt werden. Um die Situation der Betroffenen zu verbessern, solle "jede Universität mindestens zwei berufsbegleitende Pilotprojekte bis zum Jahr 2012" umsetzen, meinte Johanna Ettl, Leiterin des Bildungsbereichs der Arbeiterkammer (AK) Wien, in einer Aussendung zum Universitätsbericht 2008, der am Mittwoch im Wissenschaftsausschuss behandelt wurde.

Riesige Hürden

Eine Diskussion über die Umsetzung des von allen Sozialpartnern getragenen Vorschlages erwartet sich die AK in den nächsten Wochen. Laut AK sei die "bei weitem überwiegende Mehrheit der Studierenden, rund 60 Prozent, berufstätig", hieß es. Verbesserungen für diese Gruppe würden im Uni-Bericht kaum genannt. Vor allem für jene, die auf dem zweiten Bildungsweg ein Studium beginnen, "gibt es nach wie vor riesige Hürden". Bei den Leistungsvereinbarungen 2010-12, die aktuell zwischen den Unis und dem Wissenschaftsministerium verhandelt werden, sollte Wissenschaftsminister Johannes Hahn dafür sorgen, "dass die Universitäten verstärkt Aktivitäten für berufstätige Studierende setzen und bestehende Hürden abbauen", fordert die AK.

Teilzeitmodelle

Auch SP-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl forderte, für die berufstätigen Studenten Teilzeitstudienmodelle. Zudem müssten aus dem Bericht "die richtigen Konsequenzen" gezogen werden. Notwendig seien deutliche Verbesserungen bei der finanziellen Ausstattung, bei der Betreuungsrelation und bei den Rahmenbedingungen, insbesondere auch für berufstätige Studierende. Die Unis würden unter akutem Personal- und Raummangel leiden, die schwierigen Studienbedingungen würde zu zu langen durchschnittlichen Studiendauern und eine zu niedrigen Abschlussquote führen.

ÖVP zufrieden

Wissenschaftsminister Johannes Hahn  und ÖVP-Wissenschaftssprecherin Beatrix Karl lesen aus dem Bericht dagegen eine "sehr gute Entwicklung" des Uni-Bereichs in den vergangenen Jahren. "Österreichs Studierende sind zunehmend zielstrebiger und schneller", verwies Hahn auf die gestiegene Zahl der Studierenden (plus neun Prozent), den gleichzeitigen Rückgang der prüfungsinaktiven Studierenden (minus drei Prozent) sowie die zunehmende Zahl jener Studierender, die ihr Studium innerhalb der vorgesehenen Studiendauer abschließen (plus drei Prozent). (APA)

 

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    Das Studium ist ein Hürdenlauf für viele berufstätige Studierende.

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