Vorwurf gegen Fremdenlegion

19. Februar 2009, 13:08
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Tschechischer Soldat starb bei Übung an Erschöpfung

Paris - Der berühmten französischen Fremdenlegion wird die Verletzung von Menschenrechten vorgeworfen. "Die Fremdenlegion funktioniert nur mit Drohungen und Gewalt", kritisierte Michel Bavoil, Vorsitzender einer Organisation, die sich mit der Menschenrechtslage in der französischen Armee befasst. Die Befehlshaber nutzten die Tatsache aus, dass ein Großteil der Legionäre vor allem an einem Aufenthaltsrecht in Frankreich interessiert sei. "Die Befehlshaber entscheiden über die Beurteilungen, von denen am Ende das Aufenthaltsrecht abhängt. Damit erpressen sie die Leute", erläuterte Bavoil. Seine Organisation stellte am Mittwoch in Paris einen entsprechenden Bericht vor.

Neue Identität

Bavoil kritisierte außerdem, dass die Fremdenlegionäre traditionell eine neue Identität erhielten. Dies erschwere ihnen den Wechsel ins zivile Leben nach Ablauf ihrer Militärzeit. Die Fremdenlegion habe außerdem ein Abkommen mit der Post abgeschlossen, die Deserteuren umgehend das Konto sperrt. Dies sei nicht akzeptabel.

Die Fremdenlegion war vor kurzem in die Kritik geraten, weil ein tschechischer Soldat im vergangenen Sommer bei einer Übung in Dschibuti an Erschöpfung gestorben war. Nach Medienberichten hatten seine Vorgesetzten ihm bei extrem heißen Temperaturen das Trinken verboten. (APA/dpa)

 

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