Positive Ergebnisse durch Prävention

18. Februar 2009, 15:33
6 Postings

Projekt läuft im Mittelburgenland seit 2002 - Knapp die Hälfte der Eingeladenen nahm Angebot zur Vorsorgeuntersuchung an

Eisenstadt - 2002 wurde im Mittelburgenland ein Projekt zur Vorsorge gegen Dickdarmkrebs gestartet. Die 2006 auf das gesamte Burgenland ausgedehnte Initiative zeige bereits Erfolge, zogen die am Projekt Beteiligten in Eisenstadt Bilanz. Im Bezirk Oberpullendorf, wo die Initiative ihren Ausgang nahm, ist die Dickdarmkrebs-Sterblichkeit mittlerweile unter den Bundesdurchschnitt gesunken.

Sterberate unterdurchschnittlich

Die Sterberate durch Darmkrebs lag im Bezirk Oberpullendorf im Zeitraum von 1978 bis 1984 um 17,8 Prozent über dem Österreichwert, von 1998 bis 2004 lag sie um 15,3 Prozent unter dem Österreichdurchschnitt. In den Jahren 2003 bis 2006 haben insgesamt 71.700 Burgenländer an der Aktion teilgenommen. Das bedeute, dass 48,67 Prozent der Eingeladenen das Angebot angenommen haben. Bei den Untersuchungen wurden 17.028 positive Testergebnisse festgestellt, 3.497 Menschen waren Polypenträger. In 191 Fällen wurde Krebs entdeckt.

"Jeder Siebzehnte erkrankt an Dickdarmkrebs und jeder Vierunddreißigste stirbt daran", erklärte Projektleiter Karl Mach. Die Behandlung koste rund 42.000 Euro pro Patient, um sein Leben um 16 bis 22 Monate zu verlängern. Wenn die Symptome im Frühstadion erkannt werden, bestehe eine Heilungschance von 90 Prozent. Die Ursachen einer Erkrankung lägen eindeutig im Übergewicht, im Rauchen sowie im Fehlen ballaststoffreicher Ernährung.

Ursprung der Initiative

Das Land Burgenland investiere in diese Vorsorgeuntersuchung jährlich rund 240.000 Euro, erklärte Gesundheitslandesrat Peter Rezar (SPÖ). Bereits vor 22 Jahren wurden im Krankenhaus Oberpullendorf Vorsorge-Maßnahmen gegen Dickdarmkrebs gesetzt. Im Bezirk Oberpullendorf werden bereits seit 1987 Personen über 40 zur jährlichen Vorsorgeuntersuchung eingeladen. Ausschlaggebend für den Start dieser Initiative sei die damals hohe Rate an Erkrankungen im Burgenland gewesen, so Rezar. (APA)

Share if you care.