Salzburg oder Rapid wird Meister

18. Februar 2009, 15:08
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Die Trainer der Bundesliga sprechen über Erwartungen mit ihren Clubs, Meistertipps und Auswirkungen der Finanzkrise

Drei Fragen an die Trainer der Bundesliga:

1.) Was erwarten Sie sich mit ihrem Club?
2.) Wer wird Meister?
3.) Spüren Sie die Auswirkungen der Finanzkrise?

Co Adriaanse (Red Bull Salzburg): 1.) "Ich erwarte mir, dass wir bis am Schluss um die Meisterschaft mitspielen und am Ende Meister werden." 2.) "Chancen haben die ersten vier Mannschaften, als größten Konkurrenten erwarte ich Rapid." 3.) "Auch wir haben nicht unendlich Geld, müssen uns ganz exakt in unserem Budget bewegen."

Peter Pacult (Rapid Wien): 1.) "Unser Ziel ist unverändert das Erreichen eines internationalen Startplatzes." 2.) "Die ersten vier Vereine haben alle Chancen, am Schluss ganz oben zu stehen." 3.) "Seit Edlinger Präsident ist, bekommen die Spieler pünktlich ihr Geld. Der Verein ist sehr gut aufgestellt."

Franco Foda (Sturm Graz): 1.) "Wir wollen an die Leistungen des Herbsts anknüpfen. Die Idee muss weiterhin sein, stets zu agieren, auch wenn es nicht immer möglich ist." 2.) "Salzburg ist der hohe Favorit, sie haben mit Abstand das höchste Budget und müssten, wenn alles normal runterläuft, Meister werden." 3.) "Wir haben unser Budget, da halten wir uns strikt daran und werden keine unüberlegten Dinge tun. Seit zwei Jahren steht der Verein auf wirtschaftlich guter Basis. Wir werden freilich keine großen Transfers tätigen können. In Verbindung mit Sportdirektor Oliver Kreuzer werden wir aber schon sehr früh tätig sein, um Spieler zu bekommen, die ablösefrei sind."

Karl Daxbacher (Austria Wien): 1.) "Wir wollen einen Europacup-Startplatz erreichen, egal ob uns das über die Liga oder den Cup gelingt. Am besten wir schaffen es in beiden Bewerben." 2.) "Red Bull Salzburg." 3.) "Nein. Ich hatte in der Winterpause aber auch keine neuen Spielerwünsche. Ich habe nur die Hoffnung gehabt, dass die meisten verletzten Spieler im Frühjahr wieder zur Verfügung stehen."

Frenkie Schinkels (Austria Kärnten): 1.) "Wir wollen den vierten Platz erreichen, starten einen Angriff. Ich bin mir aber bewusst, dass sich Ried und wir nicht viel nach vorne und hinten entwickeln können." 2.) "Wenn Salzburg nicht Meister wird, wer soll es dann werden, bei allem Respekt vor Rapid, Sturm und der Austria. Die Salzburger haben Bedingungen wie kein anderer Club." 3.) "Natürlich haben wir die mitbekommen. Bei uns ist noch dazu Jörg Haider gestorben, der uns unheimlich geholfen hat. Deshalb ist die Situation doppelt schwer. Ich bin so ehrlich, dass ich sage, dass wir Lizenzprobleme haben."

Paul Gludovatz (SV Ried): 1.) "Ich möchte weiter zwei Ziele verfolgen: Zum einen wollen wir unter geänderten Voraussetzungen die gute Außenwirkung des Clubs beibehalten. Wir hatten doch einen etwas turbulenten Start mit Trainerwechsel und sind zum Absteiger gestempelt worden. Wir haben aber zusätzliche Sponsoren gewonnen und eine gute Heimbilanz gehabt. In Sachen Presse und Merchandising haben wir uns verbessert. Das wollen wir beibehalten, da darf es keinen Rückschritt geben.

Zum anderen will ich einen einheitlichen Arbeitsstil, eine klar zu erkennende Handschrift sehen und ein stabiles Frühjahr ohne Wenn und Aber spielen. Wir werden einige noch unbekannte 17- und 18-Jährige integrieren, auch weil wir nur noch einen 15- oder 16-Mann-Kader haben. Platzierung gebe ich als Ziel keine aus, der Verein soll kein Paternoster-Dasein führen. Wir wollen uns spieltechnisch noch steigern, die gute Abwehr beibehalten und in den Auswärtsspielen zulegen." 2.) "Ich habe zu Saisonbeginn auf Salzburg getippt, das revidiere ich jetzt. Denn die Offensive ist gleich stark wie jene Rapids, in der Verteidigung sind die Salzburger aber schwächer geworden, das wird sich auswirken." 3.) "Wir rechnen mit zehn Prozent Einbußen. Wir wissen, dass wir vom Zuschauerpotenzial her nicht mehr erreichen können. Wir werden das auf dem Sponsor- und Spielersektor merken. Wir hoffen aber, mit dem selben Budget ins neue Jahr gehen zu können. Wir werden deshalb auch noch einige junge Spieler einsetzen, sechs, sieben sind auf dem Sprung in die Kampfmannschaft. Wir haben bewusst keinen 19-Mann-Kader."

Klaus Lindenberger (LASK): 1.) "Wir erwarten uns von der Mannschaft eine Stabilisierung und eine Weiterentwicklung der jungen Spieler. Wir müssen auf jeden Fall unsere Leistungsgrenze abrufen und uns schnellstmöglich aller Sorgen entledigen. Außerdem wollen wir wieder erfolgreichen und attraktiven Fußball zeigen, damit die Leute wieder liebend gerne zum LASK kommen. Vielleicht gelingt es uns auch noch, Ried zu überholen." 2.) "Salzburg. Bestes Budget, beste Mannschaft und Heimstärke aufgrund des Stadions mit Kunstrasen, das alleine sollte schon genügen." 3.) "Wir stehen auf sehr breiten Beinen und sind nicht von einem einzelnen Sponsor abhängig. Wir müssen uns keine Sorgen machen, weil wir ein großes wirtschaftliches Umfeld haben. Und wir leben auch von der Marke LASK."

Werner Gregoritsch (Kapfenberger SV): 1.) "Man darf sich ein Ziel niemals nach unten stecken. Ich kann nicht als Achter sagen, dass ich Neunter werden möchte. Wir wollen unseren Platz halten und wenn möglich vielleicht sogar in den Kampf um Rang sieben einsteigen. Dem LASK dürfte normalerweise nichts mehr passieren, wir Altach und Mattersburg werden uns den Abstieg untereinander ausmachen." 2.) "Vom Gefühl her ist Salzburg vor allem wegen der Heimstärke Favorit, ein Stürmer wie Marc Janko wird wieder seine Tore machen. Rapid schätze ich mit dem Publikum im Rücken aber auch sehr hoch ein." 3.) "Wir sind kein Verein, der in diesen schwierigen Zeiten viele Spieler holen kann. Unser Hauptsponsor Böhler Edelstahl hat 1.700 Leute auf Kurzarbeit geschickt."

Franz Lederer (SV Mattersburg): 1.) "Wir wollen unbedingt die Klasse halten." 2.) "Von der Papierform her müsste es Salzburg werden, aber es ist alles möglich. Vielleicht kann auch Sturm noch ein gewichtiges Wörtchen mitreden." 3.) "Bei uns wird weitsichtig gehandelt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der SV Mattersburg deswegen Probleme bekommt."

Georg Zellhofer (SCR Altach): 1.) Unser klares Ziel ist, Neunter zu werden und damit den Klassenerhalt zu schaffen. Wir müssen unsere Chance bis zum letzten Spieltag am Leben halten." 2.) Salzburg - Rapid wird gleich zum Auftakt ein interessantes Spiel, eine Weichenstellung. Salzburg ist am meisten unter Druck, muss Meister werden. Rapid hat ein tolles Publikum, aufgrund der kurzen Meisterschaft kann auch mit Sturm viel passieren, und auch die Austria darf man nicht unterschätzen." 3.) Natürlich ist sie spürbar und ich glaube auch bei fast allen. Die Sponsorensuche ist nicht mehr so einfach, aber Altach ist finanziell gesund, egal wie es ausgeht. Verstärkt haben wir uns, wo es gegangen ist. Wir hätten schon noch vor allem für die Abwehr jemanden gesucht, aber es ist schwierig, jemand zum Tabellenletzten der österreichischen Bundesliga zu holen." (APA)

 

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