"Wirtschaftskrise = Werbekrise?"

18. Februar 2009, 14:49
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Das Forum Media Planung lud zur Podiumsdiskussion

Das Forum Media Planung lud Vertreter aus den Bereichen Wirtschaft, Werbewirtschaft und Meinungsforschung zur Podiumsdiskussion zum Thema ""Wirtschaftskrise = Werbekrise?"". Ein Impulsreferat von Isabella Lindner von der Österreichischen Nationalbank gab den Startschuss, "ein Durchschlagen auf die Realwirtschaft sei auch in Österreich nicht wegzudiskutieren und es seien vor allem eine Reihe von Rückkoppelungseffekten (Kurzarbeit bringt Einkommensverlust usw.) spürbar, so Lindner.

"In Krisenzeiten habe Werbung deshalb größte Bedarfs- und Fortführungsberechtigung", so das Resümee der Nationalbankerin. Den Bogen in die Werbewirtschaft spannte dann Andreas Vretscha von Mediacom. Er zitierte aus einer aktuellen Konsumentenstudie, die bereits ein geändertes Konsumverhalten zeigt. "Jeder Preis wird dreimal angeschaut, aber dann wird trotzdem gekauft", so Vretscha.

Die Krise als Chance

Alessandro Piccinini (Nestlé Österreich) wünscht sich persönlich, "dass die Krise möglichst hart treffe, und ein Umdenken in der Gesellschaft bewirke". Von der Krise betroffen sind für ihn nur die Überschussbereiche wie etwa die Automobilindustrie. Hier sei aber ein Umdenken auf ökologisch verträglichere Lösungen längst an der Zeit. Von den Mediaagenturen fordert er  Messbarkeit von Kampagnen und schnelles Reagieren auf geänderte Marktverhältnisse. "Nestlé selbst habe gerade einen Shift zu elektronischen Medien gemacht", so Piccinini. Diese Entwicklung bestätigt auch Markus Kienberger von Google Österreich. "Wichtig seien messbare Vertriebskanäle, aber auch die in der Krise geforderte kurzfristige Verfügbarkeit bei rascher Umsetzungsmöglichkeit".

Hermann Petz, Vorstandsvorsitzender der Moser Holding, sieht in der Krise eine Chance auf einen Lernprozess: "Nicht alles selber machen", so Petz, sei ein wesentlicher Denkanstoß aus der Krise. Jetzt seien partnerschaftliche Modelle für und mit Kunden gefragt, aber auch das Suchen nach Synergien mit Medienpartnern, etwa im Vertrieb. "Ziel sei es jetzt, die richtigen Fragen zu stellen", formuliert Petz und wünscht sich stabile, langhaltige Businessmodelle, die nicht bei den ersten Umsatzrückgängen im Anzeigenmarkt zusammenbrechen. (red)

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