Voest streicht zehn Prozent der Stellen

18. Februar 2009, 14:19
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65 der 677 Beschäftigten wurden beim AMS zur Kündigung angemeldet - Aufträge stark rückläufig

Krems - Der börsenotierte Stahlkonzern voestalpine streicht in Krems fast 10 Prozent der Stellen. 65 der 677 Mitarbeiter der voestalpine Krems GmbH wurden beim AMS zur Kündigung angemeldet. Notwendig geworden sei dieser Schnitt aufgrund starker Auftragsrückgänge, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die bisherigen Kapazitätskürzungen durch zusätzliche Betriebsurlaube, Schließtage und Schichtrücknahmen auf Kosten von Arbeitszeitkonten seien im gegebenen Umfeld nicht ausreichend, hieß es.

"Nachhaltiger Konjunktureinbruch"

Der "nachhaltige Konjunktureinbruch" habe bei der voestalpine Krems, einem Hersteller von Rohren und Profilen, zu Auslastungsproblemen geführt. "Die starken Auftragsrückgänge in den wichtigsten Abnehmerbranchen wie Nutzfahrzeugindustrie, Bauindustrie und Baumaschinenhersteller sowie im Stahlhandel können nicht mehr kompensiert werden", so das Unternehmen. Den bisherigen Maßnahmen wie Reduktion von Arbeitszeitkonten und Urlaubsständen, Abbau von Leasingkräften und Auslaufen befristeter Dienstverträge müsse "nun auch ein betriebsbedingter Stellenabbau folgen".

65 Mitarbeiter wurden beim AMS zur Kündigung angemeldet, "wobei die Auflösung der Dienstverhältnisse nach Ablauf der vorgesehenen 30-tägigen Frist eingeleitet werden soll". Es sei "selbstverständlich", "dass in einer derart schwierigen Situation, die einen Stellenabbau erfordert, soziale Kriterien berücksichtigt werden", so Werner Suppan, Geschäftsführer der voestalpine Krems. Die Absicherung und Neuausrichtung des Unternehmens auf die geringeren Absatzmengen werde unter den sich laufend ändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die größte Herausforderung darstellen, meinte Suppan.

In Krems beschäftigt die voestalpine derzeit 677 Mitarbeiter, davon 509 Arbeiter und 168 Angestellte und erzielte eigenen Angaben zufolge im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 320 Mio. Euro. Heute, Mittwoch, fand in Krems eine Betriebsversammlung statt, in der Geschäftsführung und Aufsichtsrat die Mitarbeiter über die aktuelle Lage und die Personalmaßnahmen informierten. (APA)

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