Paul-Watzlawick-Ehrenring an deutsche Kulturwissenschafterin

18. Februar 2009, 15:30
posten

"Humanistin und kritische Vordenkerin": Aleida Assmann widmet sich in ihrer Forschung dem Phänomenen der gesellschaftlichen Verdrängung

Die Jury des Paul-Watzlawick-Ehrenrings hat einstimmig die deutsche Kulturwissenschafterin Aleida Assmann zur Trägerin des Paul-Watzlawick-Ehrenrings 2009 gekürt.

Begründung der Jury: "Humanistin und kritische Vordenkerin"

"Aleida Assmann ist Humanistin und Mahnerin zugleich. Ihr wissen­schaftliches Oeuvre, das sich zu einem beträchtlichem Teil dem Phänomen des kollektiven Gedächtnisses und der kollektiven Erinnerung widmet, ist tief gehende und nachhaltige Auseinandersetzung mit den Phänomenen der gesellschaftlichen Verdrängung und gleichzeitig notwendige Aufarbeitung der eigenen Geschichte", so Ärztekammerpräsident Walter Dorner zum Entscheid der Jury, die damit auch einen Bogen zu dem 2007 verstorbenen Watzlawick und zum ethischen Selbstver­ständnis des Arztes/der Ärztin spannt.

Die Jury unter Vorsitz von Erhard Busek hat sich nach nur kurzer Diskussion für Assmann entschieden. "Sie ist eine herausragende Wissenschafterin, hat neue Forschungsfelder begründet und aufgetan und versteht sich als politische Wissenschafterin. Sie ist Humanistin und kritische Vordenkerin", begründet Busek den Entscheid der Jury.

Assmann wird den Preis am 30. März 2009 in Wien entgegen­nehmen und am selben Abend im Rahmen der Wiener Vorlesungen ihre "Ehrenrede" zu Paul Watzlawick "Auf dem Weg zu einer europäischen Gedächtniskultur" halten. Dabei wird sie auf die Notwendigkeiten eines gemeinsamen kollektiven Gedächtnisses und einer kollektiven Erinnerungs- und Gegen­wartskultur der EuropäerInnen eingehen, als Voraussetzung für ein neues, integriertes und gleichzeitig differenziertes europäisches Denken. Die Laudatio wird Hubert-Christian Ehalt halten.

Zum zweiten Mal vergeben

Der Paul-Watzlawick-Ehrenring der Ärztekammer für Wien, designed von der Meisterklasse Paolo Piva, wird heuer zum zweiten Mal verliehen. Erster Preisträger war der in den USA lebende, aus Österreich stammende Kommunikationswissenschafter und Soziologe Peter L. Berger. (red)

Share if you care.