Umweltministerium sieht enormes Sparpotenzial

18. Februar 2009, 13:40
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Bei optimalem Energieeinsatz könnten sich die Haushalte laut Umweltminister Berlakovich im Jahr knapp 650 Euro ersparen

Wien - In Österreichs Haushalten steckt immer noch ein enormes Potenzial an Energiesparmaßnahmen. Immerhin entfallen auf diesen Bereich rund 25 Prozent des gesamten heimischen Strom- und bei Gas 30 Prozent des energetischen Endverbrauchs. "Bei optimalem Energieeinsatz könnten sich die Haushalte im Jahr knapp 650 Euro ersparen. Energie sparen wirkt also wie eine Steuerreform", erläuterte Österreichs Umweltminister Nikolaus Berlakovich (VP) heute, Dienstag, bei der Präsentation der Studie "Strom- und Gastagebuch 2008" der Statistik Austria in Wien.

Während der Gasverbrauch mehr oder weniger nur auf das Heizen entfällt, sieht es beim Strom differenzierter aus. Obwohl in Österreich lediglich etwa sechs Prozent der Haushalte mit Strom heizen, entfällt ein Viertel des elektrischen Verbrauchs eines durchschnittlichen Haushalts (4.417 kWh) auf die Heizung. "Das ist zu viel", so Berlakovich, der dabei aber auf diverse Förderschienen verweist, die den Umstieg auf neue energieeffiziente und umweltfreundliche Heizformen (Pelletsöfen, thermische Solaranlagen, Wärmepumpen etc.) erleichtern. Daher erwartet er, dass dieser Wert bald fallen wird.

Warmwasserbereitung

Ein weiterer großer Teil macht laut der Studie die Warmwasserbereitung (17,1 Prozent) aus. Haushaltsgroßgeräte sowie Kühl- und Gefriergeräte verbrauchen gemeinsam 30 Prozent, für die Beleuchtung werden 8,6 Prozent aufgewendet. Der Stand-by-Verbrauch liegt bei 4,2 Prozent des Elektrizitätsverbrauchs der Haushalte, am bedeutendsten ist er für Unterhaltungsgeräte mit 128 kWh pro Jahr.

Ein Manko sei, dass elektrische Geräte oftmals zu alt seien. 32 Prozent der heimischen Kühlschränke sind laut der Erhebung bereits seit über zehn Jahren im Einsatz. Würde man diese erneuern, könnte man den Stromeinsatz um 25 Prozent reduzieren, rechnet Berlakovich vor.

Große Hoffnung setzt man im Umweltministerium auf die Energiesparlampe. Erst in sieben Prozent der österreichischen Haushalte komme sie zum Einsatz. Insgesamt könnten sich die Österreicher etwa 300 Mio. Euro ersparen, käme sie flächendeckend zum Einsatz. Gleichzeitig würde dadurch ein großer Schritt in Richtung Erreichung des Kyoto-Ziels gemacht. Die höheren Anschaffungskosten für eine Energiesparlampe würden durch den geringeren Stromeinsatz bei weitem wettgemacht, tritt Berlakovich dem Preisargument entgegen.

Simple Tipps

Aber das Umweltministerium hat auch ganz simple Tipps für die Haushalte, die es auch in der Broschüre "Stichwort Energiesparen" nachzulesen gibt, auf Lager: Licht abdrehen, Standby-Modus vermeiden, geringere Waschtemperaturen, Heizung auf Vordermann bringen, Türen und Fenster abdichten etc. Beachte man das alles, könnten letztlich jedem Haushalte bis zu 650 Euro im Jahr übrigbleiben.

Zudem sollen Haushaltskunden künftig intensiver beraten werden. Hier ortet Johannes Mayer von der Energieregulierungsbehörde E-Control eine große Herausforderung. Wolle man bis 2020 nur 50 Prozent der rund vier Millionen heimischen Haushalte erreichen, seien das etwa 200.000 Beratungen im Jahr, sieht Mayer eine ehrgeizige Aufgabe gegeben. (APA)

 

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