Sozialarbeiterin muss mit Prozess rechnen

18. Februar 2009, 11:20
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Gericht will untersuchen, ob sie ihre Verpflichtung zur Fürsorge oder Obhut gröblich vernachlässigt hat - Kind starb nach schwerem sexuellen Missbrauch

Innsbruck - Im Fall des kleinen Luca, der nach schwerem sexuellen Missbrauch 2007 in einem Wiener Krankenhaus gestorben war, muss nun eine Beamtin einer Jugendwohlfahrtsstelle in Tirol mit einem Prozess rechnen. Das Justizministerium gab Grünes Licht für den Strafantrag, der von der Staatsanwaltschaft Innsbruck erhoben wurde. Ein konkreter Prozesstermin steht noch nicht fest.

Bei der Frau, die sich verantworten muss, handelt es sich um eine Sozialarbeiterin der Jugendwohlfahrt Schwaz. Der Angeklagten drohen bis zu drei Jahre Haft, sollte das Gericht feststellen, dass sie ihre Verpflichtung zur Fürsorge oder Obhut gröblich vernachlässigt. Ursprünglich waren acht Verdächtige aus dem Kreis der Jugendwohlfahrten Schwaz und Mödling im Visier der Staatsanwaltschaft. Der Strafantrag wird gemäß § 92 Absatz Zwei des Strafgesetzbuches auf Vernachlässigen von wehrlosen Personen lauten.

Die Leiterin der Jugendwohlfahrt, Silvia Rass-Schell, erklärte in der Tiroler Tageszeitung, dass die Behörde selbst um Aufklärung bemüht gewesen sei: "Wir haben den Akt der Staatsanwaltschaft zur strafrechtlichen Beurteilung übermittelt", erklärte sie.

Niederösterreicher in Haft

Der 17 Monate alte Luca war vom Lebensgefährten seiner Mutter schwer sexuell missbraucht worden. Das Kind starb am 3. November 2007 in Wien. Der Niederösterreicher wurde mittlerweile zu lebenslanger Haft verurteilt und in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher untergebracht.(APA)

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