Ibag nicht liquidierbar

18. Februar 2009, 17:53
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Garantien für Bauherren-Modelle - Management-Buy-out bei CPB-Immo-Treuhand

Wien - Die CPB Immobilientreuhand, die zu 49 Prozent der Constantia Privatbank und zu 51 Prozent der niederländischen Constantia Packaging B. V. gehört, bekommt einen neuen Miteigentümer. Im Rahmen eines Management Buy-outs steigt der langjährige Chef, Michael Ehlmaier, mit 25 Prozent in das Unternehmen ein, diese Anteile gibt die B. V. ab. DieGesellschaft hat 2008 rund 340.000 Quadratmeter Nutzfläche vermittelt, weitere Deals stehen an.
Inzwischen (die Garantie des Bundes für die Constantia Privatbank läuft Ende April aus) werden die Vergleichsgespräche zwischenniederländischer Packaging B. V. und den Immogesellschaften Immofinanz und Immoeast immer konkreter. Wie berichtet soll die B. V. zur Zahlung aus ihre Haftung für die "Ibag-Anleihe" (512 Mio,Euro) bewogen werden. Die Wirtschaftsprüfer (KPMG) halten die Garantie (Anbot zum Forderungsankauf) für werthaltig. Auch für das offene Darlehen von 1,8 Mrd. Euro, das die Immoeast ihrer Mutter Immofinanz eingeräumt hat, gibt es Ideen. Erwogen wird dem Vernehmen nach, dass die Immofinanz ihre Tochter Immowest (auch die gibt es) abgibt.

Bei der Frage der Ablöse der Managementverträge, die Bank und Immogesellschaften abgeschlossen haben und aus der sich die Bank einiges an Geld verspricht, ist eine Einigung dagegen nicht in Sicht. Die meisten Immobilienmanager aus der Bank sind angeblich schon an den Sitz der Immo-Gesellschaften am Gaudenzdorfer Gürtel übersiedelt. Sie könnten ihre Verträge bei der Bank einfach kündigen, woraus sich das Problem der Ablöse erübrige, überlegen manche Juristen laut.

Für sie ist auch die Rolle vonTurnauer-Erbin und Ex-Bankeignerin Christine de Castelbajac zu hinterfragen. Sie und der Aufsichtsrat hätten die ausufernden Geschäfte von Immo-Chef und Ex-Bankchef Karl Petrikovics "rechtzeitig stoppen müssen".

Interessantes kommt bei der Aufarbeitung der Geldflüsse von Immoeast zu Ibag zutage. Allein die Tatsache, dass unter der Ibag zig Gesellschaften angesiedelt sind, soll den Ibag-Organen völlig unbekannt gewesen sein.

Liquidieren kann man diese Gesellschaften aber nicht: Darin stecken Bauherren- und andere Steuer-Modelle, in denen Anleger investiert sind. Bekannte Namen aus der Causa Immofinanz sollen da auftauchen, wie Rudolf Fries oder Walter Scherb. Ihnen hat die Bank aber Garantien gegeben, dass sie keinen Verlust erleiden und ihr Kapital erhalten bleibt. Pleite ist auch die Ibag nicht, obwohl etliche ihrer Projekte unter Wasser sein sollen: Die Constantia Privatbank hat für 2007 eine Rückstellungserklärung für die Ibag abgegeben.

Über die Bank-Enkeltöchter soll alles, was die Bank außerhalb ihrer Bilanz gemacht hat, gelaufen sein - Endstation war in Liechtenstein, bei den Stiftungen Camilla und Stephanie. Was dort steckt, ist nicht ersichtlich, weil es sich um gemeinnützige Stiftungen handelt, die nicht einsehbar sind.

Die Begünstigten, zwei Schweizer Bergdörfer, haben aber nie Geld gesehen: Die Ibag hat nie Geld ausgeschüttet, auch ihr Grundkapital war nicht einbezahlt. (gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.02.2009)

  • Kauft sich in die Makler-Gesellschaft der CPB ein: Michael Ehlmaier.
    foto: standard

    Kauft sich in die Makler-Gesellschaft der CPB ein: Michael Ehlmaier.

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