US-Außenministerin verspricht Offenheit gegenüber Muslimen

18. Februar 2009, 17:01
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Verbesserung der Beziehungen zu Südostasien angestrebt - Vereinzelte anti-amerikanische Proteste

Jakarta - Bei einem Besuch in Jakarta hat US-Außenministerin Hillary Clinton eine neue Offenheit Amerikas gegenüber Ideen aus der muslimischen Welt versprochen. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Außenminister Hassan Wirajuda würdigte Clinton am Mittwoch die Bemühungen Indonesiens um Demokratie und Menschenrechte sowie seinen entschlossenen Kampf gegen den Terrorismus. Wirajuda betonte: Wir haben bewiesen, dass Demokratie, Islam und Modernität miteinander vereinbar sind."

Der Besuch Clintons fand unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen statt. Knapp 3.000 Polizisten waren im Einsatz. Am mehreren Stellen in Jakarta, unter anderem vor der US-Botschaft, kam es zu anti-amerikanischen Protesten. Mindestens fünf Menschen wurden Augenzeugen zufolge festgenommen.

Verhärtete Fronten

Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Erde - rund 190 Millionen seiner 235 Millionen Einwohner bekennen sich zum Islam. Sie gelten überwiegend als gemäßigt, doch infolge der harten Linie des bisherigen US-Präsidenten George W. Bush gegenüber der muslimischen Welt haben sich die Fronten vielerorts verhärtet. Zudem operieren im Lande Terrorgruppen wie Jemaah Islamiyah. Bei Anschlägen kamen schon mehr als 240 Menschen ums Leben, allein 202 im Oktober 2002 auf Bali.

Clinton konnte bei ihrem Werben für bessere Beziehungen zu Jakarta nach Meinung von Beobachtern auf einen Vertrauensvorschuss bauen, den die Indonesier Barack Obama entgegenbringen. Der neue US-Präsident lebte als Kind vier Jahre lang in Indonesien. Clinton wurde am Flughafen von 44 Kindern aus der Grundschule empfangen, die Obama seinerzeit besuchte. Clinton überbrachte Grüße von Obama und betonte, er habe damals in Jakarta gelernt, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft in Harmonie zusammenleben könnten.

Friedenscorps

Auf ihrer Pressekonferenz gaben Clinton und Wirajuda bekannt, dass künftig Freiwillige der amerikanischen Peace Corps wieder in Indonesien eingesetzt würden. Die vom einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy gegründeten Friedenscorps zur Förderung des Verständnisses zwischen den USA und der restlichen Welt waren bereits von 1963 bis 1965 in Indonesien, wurden dann aber wegen Spionagevorwürfen ausgewiesen.

Clinton besuchte in Jakarta auch das Sekretariat der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN). Dabei sagte sie ihre Teilnahme am diesjährigen Treffen der ASEAN-Außenminister in Thailand zu. Damit wolle die neue US-Regierung der wachsenden Bedeutung dieser Region Rechnung tragen, hieß es. Bei weiteren Gesprächen Clintons mit ranghohen indonesischen Politikern sollte es auch um den Klimawandel, die Entwicklungshilfe, den Krieg in Afghanistan und das iranische Atomprogramm gehen.

Clinton kam aus Japan nach Indonesien. Die nächsten Stationen ihrer Asienreise sind Südkorea und China. (APA/AP)

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    Hillary Clinton wurde nicht nur mit offenen Armen empfangen

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