Die Bienen und der liebe Gott

17. Februar 2009, 19:05
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Rocker für Hymnen, goldene Stimme für die Hymne

Gut, Ian Paice wird am Schlagzeug sitzen, wenn Deep Purple am Mittwochabend in der Tipsport-Arena zu Liberec die WM so richtig hart anrocken. Mehr ist aber gut vierzig Jahre nach Gründung der Band nicht übrig von der ursprünglichen Besetzung. Das Wort Zweitbesetzung verbietet sich trotzdem. Seit dem ersten Album Shades of Deep Purple war bei den Engländern schließlich ein munteres Kommen und Gehen.

In Erstbesetzung singt dafür Karel Gott die Hymne der Tschechischen Republik. Nein, nicht „Fang das Licht", sondern schon „Kde domov muj?", also „Wo ist meine Heimat?" Dazu braucht die „goldene Stimme aus Prag" keine Darinka (ist schon 36 Jahre alt und singt noch immer!). Und auch keinen rotzigen Bushido. Und „Für immer jung" halten Herrn Gott, dem die 69 nicht anzusehen sind, ohnehin seine um etwa 127 Jahre jüngere, in Las Vegas geehelichte Frau Ivana und die Töchter Charlotte Ella (2) und Nelly Sofie (9 Monate). Erstere war seinerzeit von der SUPERillu begeistert und sinnig mit „Mein Gott, wie süß!" auf der Welt begrüßt worden.

Den Papa könnte man in Liberec und in seliger Erinnerung an die fleißige Maja zum Beispiel mit dem bewährten Bonmot begrüßen, dass Bienen summen, weil sie seit jeher unter Textschwächen leiden. Er würde lachen. Er ist ja nicht nur ein Liebender, sondern ein ganz ein Lieber, der Gott Karel. (lü, DER STANDARD, Printausgabe, Mittwoch, 18. Februar 2009)

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    Karel Gott, hier im Dezember bei einem Konzert in Düsseldorf, „eröffnet" die WM.

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