Larifari-Diskussion

17. Februar 2009, 19:00
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Wenn "Systembanken" umfallen, ist das österreichische Finanzsystem gefährdet

Diese Regierung muss Erfolg haben, was immer man über ihre Protagonisten denken mag. Die Krise, die sich durch dumpfes Grollen abzeichnet, ist zu gewaltig. Während man im österreichischen Parlament auf Antrag einer Phantompartei wie des BZÖ über Larifari wie "Postenschacher und Gehaltsbegrenzungen für Manager" diskutierte, stürzten an der Wiener Börse die Kurse nach unten - vor allem die Kurse von Banken, die in Osteuropa besonders engagiert sind. Es handelt sich dabei um "Systembanken" - wenn die umfallen, ist das österreichische Finanzsystem gefährdet.

Man fragt sich, warum diese Banken noch immer zögern, Staatshilfe in Anspruch zu nehmen. Die Diskussion im Parlament war dem Ernst der Situation nicht angemessen. Die Opposition verlegte sich auf das übliche Herumkläffen (BZÖ, FPÖ) oder forderte Sekundäres wie ein Gehaltslimit für Banker, die staatliche Hilfe in Anspruch nehmen. Faymann und Pröll waren bemüht, den Ernst der Lage anzudeuten, ohne Panik zu verbreiten. Panik ist auch unangebracht, doch vermisst man bei den wirtschaftspolitischen Aktionen einen gewissen Sinn für Dringlichkeit. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 18.2.2009)

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