Unvernetzter Widerstand mit Alkohol

17. Februar 2009, 18:54
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In Zeiten, wo Science-Ficton im TV eher unterpräsent ist, bleibt "Battlestar Galactica" eine Bastion

Die verbliebenen 40.000 Menschen trafen eine Fehlentscheidung. Sie wählten einen Populisten zu ihrem Anführer und siedelten auf einem unwirtlichen Planeten. Die Maschinen, die von ihnen einst geschaffen wurden und menschliche Gestalt angenommen haben, die Zerstörer der interplanetaren Menschenzivilisation, spürten die Verbliebenen auf, um sie zu unterjochen.

Widerstand und Kollaboration stehen thematisch im Zentrum der ersten Folgen der dritten Staffel der US-Science-Fiction-Serie "Battlestar Galactica". (In den USA läuft bereits die vierte.) Die Situation wird in der Frage gipfeln, ob Selbstmordattentate je gerechtfertigt sein können.

Zwischen Weltraumkampf und Politintrigen

Wie andere Serien der letzten Jahre greift das Leben auf der Raumschiff-Flotte um die Galactica aktuelle Diskurspunkte einer Gesellschaft im Krieg auf: Folter, Terror, nicht identifizierbare Attentäter verunsichern eine Gesellschaft zwischen mythisch-religiöser Verklärung und gefährdeter Identität. Eingebettet in eine Filmästhetik, die das Konzept der Originalserien von 1978 charmant aktualisiert, wird zwischen Weltraumkampf und Politintrigen geraucht und gesoffen, was das Zeug hält: auf einem Raumschiff, das keine vernetzten Computer hat, um nicht für Virusattacken der Maschinenfeinde anfällig zu sein.

Die Figuren haben trotz Serienzwängen genug Platz für ein Pendeln zwischen Schwarz und Weiß, für Zwickmühlen zwischen Familie und Macht, für Alkoholiker, die sich als Vorgesetzte behaupten, oder strahlende Helden, die zögerlich und dick werden.

Bastion

In Zeiten, wo Science-Ficton im TV eher unterpräsent ist, bleibt Battlestar Galactica eine Bastion. Dass die Balance zwischen Gesamtspannungsbogen und konkreter Episodenhandlung weniger gut gelingt und manchmal abseitige Exkurse nerven (wie die Kopfabenteuer von Hauptfigur Baltar mit seiner Maschinenblondine), mindert den Glanz nur wenig. (Alois Pumhösel, DER STANDARD, Printausgabe, 18.2.2009)

"Battlestar Galactica: 22.05, RTL 2

 

  • Wie andere Serien der letzten Jahre greift das Leben auf der Raumschiff-Flotte um die Galactica aktuelle Diskurspunkte einer Gesellschaft im Krieg auf: Folter, Terror.
    foto: rtl

    Wie andere Serien der letzten Jahre greift das Leben auf der Raumschiff-Flotte um die Galactica aktuelle Diskurspunkte einer Gesellschaft im Krieg auf: Folter, Terror.

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