Immobilien-Nachfrage schrumpft

17. Februar 2009, 17:56
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Ausländer bleiben aus, Inländer warten ab - Das Haus im Grünen ist weniger gefragt, der Trend geht hin zu Ballungsräumen

Wien - Während in London oder Paris die Immobilien-Preise infolge der Wirtschaftskrise massiv einbrachen (aber noch immer extrem hoch sind), habe Österreich keinen Korrekturbedarf, sagten die Vertreter von Immobilien.net und S-Real, Alexander Ertler und Michael Pisecky am Dienstag. Allerdings rechnen auch sie mit nachgebenden Preisen in Österreich.

Erkennbar sei aber, dass die Nachfrage der Russen auf ein Viertel zurückgegangen sei. Im Pongau und im Pinzgau "ist die Party zu Ende. Die Skandinavier, Engländer und Briten, die dort Appartments kauften, gibt es nicht mehr, und die Inländer kaufen zu den Preisen nicht", so Pisecky. Umgekehrt gebe es die ungebrochene Nachfrage der Italiener, die in Kärnten investieren wollen.

Luxus nachgefragt

Nachfrage gebe es im Luxussegment. Die teuerste Wohnung, die derzeit im Angebot sei, ist im Ersten Bezirk, 260 m² mit 40 m² Terrasse um 14.900 Euro/m². Das teuerste Haus ging im Vorjahr um 8000 Euro/m² in Wien weg.

Wie in der gesamten Wirtschaft sei ab dem vierten Quartal auch bei den Immobilien ein Nachfragerückgang bemerkbar gewesen, vor allem im gehobenen Eigentums-Bereich, wo der Quadratmeter zwischen 2500 und 4000 Euro kostet. Hier würden es sich die Eigennutzer der Immobilien länger überlegen, ob sie das Domizil wechseln. Und die Zeit, bis eine Immobilie verwertet werde, steige. Gleichzeitig orte man eine Verschiebung von Geldwerten zu Sachwerten, also in Immobilien. In Summe "wird alles ein bisschen normaler werden", so Pisecky.

Mieten stabil

Die Mieten seien österreichweit im Vorjahr stabil geblieben, die Preise für Häuser und Grundstücke im Schnitt leicht gesunken. Die beliebtesten Wohnbezirke in Wien sind nach wie vor der 6., 7., 8. und 9. Bezirk. Stark nachgefragt werde der zweite Bezirk. Generell gebe es einen Trend vom Land in die Ballungsräume mit gut ausgebauter Infrastruktur.

Eine Kreditklemme für Immo-Finanzierungen wird in Abrede gestellt. "Geld ist vorhanden", so Pisecky. Immobilienfinanzierungen werden zu Zinssätzen zwischen 3,5 und vier Prozent angeboten - in den vergangenen Jahren lagen sie noch zwischen vier und sieben Prozent. Zudem sei eine Zinssenkung Anfang März geplant. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.2.2009)

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