Mit "dynamischer" Veranlagung 15 Prozent Minus

17. Februar 2009, 17:02
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Betriebliche Kassen mit Einbruch von 18 Prozent in einem Jahr, überbetriebliche minus zwölf Prozent - Mehr Anleihen, Cash und Darlehen in Euro

Wien - Die Finanzkrise hat sich bei den österreichischen Pensionskassen bemerkbar gemacht. Im Jahr 2008 lag das Veranlagungsergebnis 12,94 Prozent im Minus, wie aus den neuen Performance-Daten der Oesterreichischen Kontrollbank (OeKB) hervorgeht. Bis Ende September waren es erst minus 8,4 Prozent gewesen. Den stärksten Einbruch gab es im Vorjahr erwartungsgemäß in den Veranlagungs- und Risikogemeinschaften (VRG) mit dem höchsten Aktien-Anteil. Die "dynamischen" VRG mit einer Aktienquote von 40 Prozent oder mehr fuhren Verluste von 14,76 Prozent ein.

Bei den überbetrieblichen Pensionskassen machten die Verluste im Vorjahr insgesamt 11,82 Prozent aus, bei den betrieblichen sogar 17,69 Prozent. Bis Ende September hatte die Performance der überbetrieblichen Kassen minus 7,71 Prozent betragen, die der betrieblichen Einrichtungen minus 11,32 Prozent.

Die "dynamischen" VRG waren auch in den ersten neun Monaten des Vorjahres am meisten von der Krise getroffen. Bis September 2008 hatte das Minus 8,89 Prozent betragen.

Aktiv

Beim Veranlagungstyp "aktiv" (Aktienanteil 32 bis 40 Prozent) betrug das Performance-Minus im Vorjahr 13,40 Prozent, beim Typ "ausgewogen" (Aktienquote 24 bis 32 Prozent) 8,69 Prozent. Die "konservativen" VRG (Aktienanteil 16 bis 24 Prozent) fuhren Veranlagungsverluste von 4,74 Prozent ein. Am glimpflichsten sind die "defensiven" VRG mit einem Aktienanteil von weniger als 16 Prozent davongekommen. Dort betrug die Performance in den 12 Monaten des Vorjahres minus 1,11 Prozent. Bis Ende September waren es erst minus 0,77 Prozent gewesen.

Bessere Nachrichten gibt es nur für jene, deren Geld schon länger in den Kassen liegt. Auf die Sicht von fünf Jahren haben die Pensionskassen im Schnitt ein Plus von 2,29 Prozent pro Jahr erzielt. Bis Ende September waren es aber noch 3,73 Prozent gewesen. Seit dem 31. Dezember 1997 lag Ende Dezember 2008 die Performance bei 3,11 Prozent p.a. - auch das ist eine Verringerung gegenüber Ende September 2008 (3,67 Prozent).

Auf die Sicht von 10 Jahren schnitten die betrieblichen Pensionskassen per Ende Dezember 2008 mit einem jährlichen Durchschnittsplus von 2,72 Prozent etwas besser ab als überbetrieblichen (plus 2,34 Prozent). Seit Ende 1997 macht das Veranlagungsergebnis der betrieblichen Kassen 3,41 Prozent jährlich, jenes der überbetrieblichen 2,87 Prozent aus.

Der Großteil der von den Pensionskassen veranlagten Gelder, und zwar 71,5 Prozent, steckte Ende Dezember 2008 in Anleihen, Cash und Darlehen in Euro (Ende September: 65,10 Prozent). Der Rest entfiel auf Aktien (14,48 Prozent in Euro, 10,50 Prozent in Nicht-Euro), Immobilien (2,28 Prozent) und Anleihen, Cash sowie Darlehen in Nicht-Euro (1,23 Prozent). (APA)

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