Prozess um vereitelte Anschläge auf Flugzeuge neu aufgerollt

17. Februar 2009, 16:54
1 Posting

Konkrete Anschlagspläne auf Flugzeuge und den damit verbundenen versuchten Massenmord, hatten die Geschworenen nicht als erwiesen gesehen

London - Fünf Monate nach einem ersten Urteil ist der Prozess um vereitelte Anschläge mit Flüssigbomben auf Flugzeuge in London neu aufgerollt worden. Auf der Anklagebank sitzen seit Dienstag erneut acht Männer muslimischen Glaubens, die im Jahr 2006 Anschläge auf sieben Flugzeuge geplant haben sollen.

Bei einem ersten Prozess waren drei der acht Angeklagten im September 2008 zwar wegen einer allgemeinen Terrorverschwörung verurteilt worden. Den Hauptanklagepunkt, nämlich die konkreten Anschlagspläne auf Flugzeuge und den damit verbundenen versuchten Massenmord, hatten die Geschworenen nicht als erwiesen gesehen.

In der Neuauflage des Verfahrens will die Anklage die Jury nun davon überzeugen, dass es die Terrorzelle auf die Transatlantikflüge nach Kanada und in die USA abgesehen hatte. Nach dem Terroralarm am Londoner Flughafen Heathrow von 2006 waren weltweit die Regeln für die Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck verschärft worden.

Wäre es tatsächlich zu den koordinierten Explosionen gekommen, hätte es eine Opferzahl "beispiellosen Ausmaßes" gegeben, sagte Staatsanwalt Peter Wright. "Sie wollten im Namen des Islam viele nichtsahnende Zivilisten töten." Das Material für die Bomben sollte als Softdrinks getarnt im Handgepäck mitgeführt werden.

Die Angeklagten im Alter zwischen 22 und 30 Jahren bestreiten den Mordkomplott. Im ersten Prozess hatten sie lediglich eingeräumt, aus Protest gegen die britische Außenpolitik mit einer Reihe kleinerer Bomben-Anschläge für Schlagzeilen sorgen zu wollen. Der neue Prozess wird rund zehn Monate dauern.

Neben den drei Verurteilungen war in dem ersten Prozess ein Angeklagter freigesprochen worden. Bei den vier anderen Angeklagten hatten sich die Geschworenen auch nach 50-stündiger Beratung auf kein Urteil einigen können.

Die Männer waren nach der längsten Überwachungsaktion in Großbritannien festgenommen worden, an der unter anderem der Geheimdienst MI5 und Scotland Yard beteiligt waren. Bei den Festgenommenen wurden auch Unterlagen zu Flugverbindungen und zu Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen gefunden. (APA/dpa)

Share if you care.