Luftqualität im Griff haben

20. Februar 2009, 11:32
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Was wir als gute Luft empfinden, ist eine Summe von Gasen, Gerüchen, Feuchtigkeit und Temperaturwerten - Neue Sensoren lernen gerade "gute Luft" zu messen

Um Luftqualität in Gebäuden zu kontrollieren, muss ein Sensorchip mindestens vier Werte messen: Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie Gase, also etwa CO2, und Gerüche. Um das zu schaffen, probieren Forscher von Siemens aus, welche Detektionsstoffe am besten mit den gesuchten Gasen reagieren. In einer Anlage zur Kathodenzerstäubung oder in einer Art Siebdruckverfahren erzeugen sie Millionstel Meter dünne Schichten. Diese winzigen Oxidationsflächen platzieren die Forscher in den gewünschten Kombinationen - beispielsweise Bariumtitanat-Kupferoxid-Mischoxid für CO2 und Galliumoxid mit fein verteiltem Platin für Gerüche - nebeneinander auf Feldeffekttransistoren (FET) in einem Chip.

Funkmodul

Anders als bei Chips, die nur einen Stoff detektieren können, docken die gesuchten Stoffe nicht an der Sensoroberfläche an, sondern strömen wie bei einem Tunnel zwischen einer Molekülfängerschicht und der FET-Struktur durch. Dort verändern sie den elektrischen Widerstand. Mit einem Funkmodul kann der Chip die Daten drahtlos an das Leitsystem der Gebäudetechnik weitergeben.

Wenn Räume muffig riechen, kann die Luft mit Ozon gereinigt werden. Melden die Sensoren dem Leitsystem, dass die Luft schlecht riecht, gibt dieses den Befehl zur Freisetzung von Ozon. Ozon verbindet sich mit den Geruchsmolekülen und neutralisiert sie. Die Ozonkonzentration wird wiederum mit einem Sensor überprüft, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Gleichzeitig wird an der Langlebigkeit von Geruchssensoren gearbeitet. Das Ziel sind Sensoren, die mindestens zehn Jahre lang funktionieren. (20.2.2009)

  • Wenn Räume muffig riechen, kann die Luft mit Ozon gereinigt werden.

    Wenn Räume muffig riechen, kann die Luft mit Ozon gereinigt werden.

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